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9.2013




München : Ivan Kožarić


von: Roberta, De Righi

  
Ivan Kožarić · Mann, 1973, Entwurf für Mato, Gips, 18,5x24,5x13,5 cm, Museum für Zeitgenössische Kunst Zagreb. Foto: Boris Cvjetanović


«Ich bin kein Künstler, aber dafür ein schlechter Bildhauer. Ich bin durch Forschen dahin gelangt, sagen zu können, dass ich der Kunst auf der Spur bin, das reicht mir.» Das Werk von Ivan Kožarić (*1921) offenbart ein Schöpfertum, das Himmel und Erde umfasst, doch der universelle Blick lehrte ihn Demut. Das Haus der Kunst feiert nun den hierzulande - von Enwezors Documenta 11 abgesehen - wenig bekannten, kroatischen 92-Jährigen in einer grossen Retrospektive. Das sechs Jahrzehnte umspannende Œuvre fasziniert in seiner geistigen Unabhängigkeit ebenso wie aufgrund des weiten formalen Spektrums. Kožarić arbeitet mit Stein, Bronze, Papier, Stoff und Fundstücken, scheut weder das winzige noch das monumentale Format. Abstraktion und Figuration arbeiten Hand in Hand bei der Vermessung der Welt. Lange vor Whiteread giesst er Hohlräume aus und plant urbane Interventionen: Der unrealisierte Vorschlag von 1960, den Sljeme-Berg bei Zagreb abzutragen, ist frühe Land Art. Aber auch Zweifel und Verzweiflung werden manifest, etwa in ‹Schock› von 1990, als Kožarić schwarze Tusche auf Fotopapier spritzte. Reaktion auf den Ausbruch des Jugoslawien-Krieges und späte Pollock-Referenz, worin die brutale Energie des Krieges spürbar wird. Büsten dieser Zeit zeigen den Künstler als traurig-groteske Figur mit überlanger Nase.

Bis: 22.09.2013



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Ausgabe 9  2013
Ausstellungen Ivan Kozaric [21.06.13-22.09.13]
Institutionen Haus der Kunst München [München/Deutschland]
Autor/in Roberta, De Righi
Künstler/in Ivan Kozaric
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