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Hinweis
9.2013




St.Gallen : Willi Oertig


von: Kristin Schmidt

  
Willi Oertig · Garagen in Antibes, 2011, Öl auf Leinwand, 120x80 cm


In den ersten zwei Jahrzehnten hat er Interieurs und Landschaften akribisch genau wiedergegeben. Mit der Zeit ist Willi Oertig (*1947) kühn geworden. Der Thurgauer Künstler komponiert seine Gemälde aus homogenen Flächen, lässt Diagonalen wirkungsvoll fallen oder steigen, wählt ungewohnte Draufsichten und extreme Perspektiven. Die Bilder der letzten Jahre sind deutlich leerer und zugleich radikaler als jene Anfänge des Autodidakten, die oft der Naiven Kunst zugeordnet wurden. Was geblieben ist: Der aufmerksame Blick Oertigs für die unspektakulären Orte des Siedlungsraums, die Tankstellen und U-Bahnen, die Strassenkreuzungen und Garageneinfahrten, die Agglobahnhöfe und Sportplätze. In seiner malerischen Umsetzung und der damit einhergehenden Abstraktion werden daraus Ankerplätze der Melancholie, stille, entrückte Szenerien im Nirgendwo, in der Einsamkeit. Markus Landert hatte Oertig im vergangenen Winter eine grosse Retrospektive im Kunstmuseum Thurgau ausgerichtet und in ihnen «den ganzen Weltschmerz einer Gesellschaft in der Warteschleife, auf der Durchreise» geortet. Nun zeigt der Galerist Christian Röllin einen Ausschnitt aus Oertigs jüngstem Schaffen.

Bis: 16.11.2013



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Ausgabe 9  2013
Ausstellungen Willi Oertig [06.09.13-26.10.13]
Institutionen Christian Roellin [St. Gallen/Schweiz]
Autor/in Kristin Schmidt
Künstler/in Willi Oertig
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