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9.2013




Zürich/Berlin/Köln : ‹Shape the Scape›


von: Stefanie Bringezu

  
links: Christopher Winter · The Trophy Tree, 2008, ­Acryl auf Leinwand, 210x150 cm, Courtesy Lehr Zeitgenössische Kunst
rechts: Ernst Stark · o. T. (Worpswede), 2011, Linden­holz, Aquarell, 7,6x10x8 cm ©ProLitteris, Courtesy Widmer+Theodoridis contemporary Zürich


Die Ausstellung ‹Landschaftskult›, die ausgehend von der Kölner Galerie Lehr nun mit einem veränderten Fokus in Zürich Station macht, untersucht die Aktualität eines traditionsreichen Genres. Sie zeigt acht künstlerische Positionen aus Deutschland und der Schweiz, die sich mit der Fetischisierung der Landschaft auseinandersetzen. Vor einer Alpenkulisse schaut ein barfüssiger Knabe mit Lederhosen und Lodenhut aus einer Astgabel auf uns herab. Dieser scheinbar gefällige Postkartenkitsch wird auf den zweiten Blick durch den morbiden Baumschmuck aus Tierschädeln und Voodoopüppchen gebrochen. Christopher Winters (*1968) augenzwinkernde malerische Auseinandersetzung mit der Folklore ist eine der grossformatigen Arbeiten, die an den Wänden des Galerieraums ikonenhaft inszeniert sind. In dieser Hängung klingt die romantische Vorstellung vom «Erhabenen» bereits an, die in den Gebirgslandschaften von Birgit Jensen (*1957) und Rainer Eisch (*1967) zeitgenössisch verhandelt wird. Sie thematisieren das Nicht-Fassbare der Landschaft durch eine mediale Störung des Blicks: Beim Nähertreten lösen sich die Motive zunehmend auf. Auch die Fotografien von Ute Schendel und Michael Schnabel entlarven in ihrem Spiel mit der Fläche die Landschaft als mediales Konstrukt.
Mit den materialbetonten Arbeiten von Gian Michelle Grob (*1980) und Ernst Stark (*1965) wird dazu ein klarer Kontrast gesetzt. In ihrer Gobelin-Collage verdichtet Grob stereotype Landschaftselemente. Dabei erzählt sie die Verfallsgeschichte einer eng mit dem Genre verknüpften Handwerkstradition und lässt zugleich das kreative Potenzial im Kitsch erkennen. Starks liebevoll aus Holz geschnitzte Landschaftsmodelle gleichen kleinen Idolen, die das gewaltige Thema in eine fassbare Form bringen. Die Installation ‹The Suitcase› von Nico Duvinage (*1978) eröffnet schliesslich den Ausblick auf die Landschaft als persönlichen Erinnerungsraum und verweist auf das romantische Reisefieber, das das Genre erst richtig popularisierte.
Die Reihe wird von Agnes Hoffmann in Zusammenarbeit mit fünf Galerien in Berlin, Köln und Zürich kuratiert, als nächstes macht sie unter dem Titel ‹Shape the Scape› bei Widmer+Theodoridis contemporary in Zürich Station.

Bis: 14.02.2014


Widmer+Theodoridis, 30.8. bis 12.10.
Galerie Gilla Lörcher Contemporary Art, Berlin, 25.10. bis 7.12.
Galerie Ulrich Mueller, Köln, 6.12. bis 14.2.



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Ausgabe 9  2013
Ausstellungen Shape the Scape [06.12.13-14.02.14]
Ausstellungen Shape the Scape [25.10.13-07.12.13]
Ausstellungen Shape the Scape [30.08.13-19.10.13]
Institutionen Galerie Ulrich Mueller [Köln/Deutschland]
Institutionen Gilla Lörcher [Berlin/Deutschland]
Institutionen widmertheodoridis [Eschlikon/Schweiz]
Autor/in Stefanie Bringezu
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