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11.2013




Berlin : Meret Oppenheim


von: Grit Weber

  
Meret Oppenheim mit Sechs Wolken auf einer Brücke, 1977, Bern, 1982, Archiv Christiane Meyer-Thoss ©ProLitteris. Foto: M. Baumann


Das Beiläufige, Zartfühlige und Viel-sinnige: Die Kuratorin Heike Eipeldauer hat zu Meret Oppenheim eine Fülle an Material zusammengetragen. Daran lässt sich ablesen, wie sie mit zwanzig Jahren nach Paris zog, dort Max Ernst, Marcel Duchamp, Man Ray kennenlernte, die sie zu ihrer schönen Muse machten, um ihr so im eitlen Kunstbetrieb den ungefährlichsten Platz zu gewähren. 1936 erfand die Autodidaktin ihre Pelztasse, die Segen und Fluch gleichermassen wird, weil das beiläufig entstandene Objekt in der Hitliste der sensorisch wirkenden und deshalb so verblüffenden Werke nach oben schnellte und Oppenheim zum surrealistischen Zufallskind machte. Doch gleichzeitig funktioniert es wie eine Standarte, die den Blick auf alle anderen Werke verstellt. Gerade weil das MOMA New York sie nicht hergab, zeichnet die Schau nun das Bild einer Künstlerin, die auch ohne diese zum Symbol geronnen Arbeit auf der kreativen Höhe ihrer Zeit war. Denn ihre späteren Werke zeugen von einem Ideenreichtum und einer Reflexion, die sie auf klärende Weise von ihren älteren Surrealisten-Kollegen abrücken lässt. Was in der Schau hingegen zu kurz kommt, ist ihre feine, kluge Ironie, die ja mit der oft spielerischen Ideenfindung der Werke Hand in Hand geht. Dem Sehvergnügen tuts keinen Abbruch.

Bis: 01.12.2013


mit Katalog



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Ausgabe 11  2013
Ausstellungen Meret Oppenheim [16.08.13-01.12.13]
Institutionen Martin-Gropius-Bau [Berlin/Deutschland]
Autor/in Grit Weber
Künstler/in Meret Oppenheim
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