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11.2013




Paris : Ryan Gander


von: J. Emil Sennewald

  
Ryan Gander · I is... (ii), 2012, Courtesy Lisson Gallery. Foto: Ken Adlard


Durchs Friedricianum liess Ryan Gander (*1976, Cester) an der letzten Documenta eine Brise wehen. Jetzt bläht sich nur ein Vorhang. Kaum einer bemerkt den Luftzug. Zu sehr fesselt das im Dunkel rot leuchtende Etwas im Glaskasten, das doch nichts als ‹The Useless Machine with Blowing curtain› ist. Von Saal zu Saal werden wir Zeuge der eigenen Einbildungskraft. ‹A lamp made by the artist for his wife› aus Baumarkt-Utensilien suggeriert Bastler-Romantik. ‹C++›, 100 runde, mit Farbe verschmierte Glasscheiben, die vorgeblich Gander als Paletten für Porträts dienten, geben nichts zu sehen - in Kurzgeschichten erzählt der Saalzettel die abwesenden Bilder. Mit jedem Schritt verführt Gander zu neuen Imaginationen. ‹Tank with Entrance to a clearing›, eine Waldlichtung hinter Glas, in der es zu huschen scheint, weist auf den gedanklichen Hintergrund: Aby Warburg sah einst die «Ninfa moderna» wie einen antiken Waldgeist noch im Heute hausen. Ganders Luftzug verweist auf die «brise imaginaire», jenen Wind, der nach Warburg durch die innere Bewegung der Betrachter Leben in Renaissancebilder blies. Gander dreht das weiter: Drei faltenreiche, scheinbare Marmorskulpturen, sind aus Kunstharz gefertigte Nachbauten der Höhlen, die sich des Künstlers Tochter wie fast alle Kinder aus Decken gebaut hat - Urakt künstlerischen Schaffens? Gander dekonstruiert, wie Einbildung zu Pathosformeln verführt.

Bis: 17.11.2013



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Ausgabe 11  2013
Ausstellungen Ryan Gander [19.09.13-17.11.13]
Institutionen Le Plateau [Paris/Frankreich]
Autor/in J. Emil Sennewald
Künstler/in Ryan Gander
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