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Fokus
11.2013


 Die Jungfreisinnigen sind im Rahmen der aktuellen Berner Budgetdebatten für massive Mittelkürzungen bis zur Schliessung der Kunsthalle Bern eingetreten. Nebst vielen Einzelpersonen reagierte auch die Eidgenössische Kunstkommission mit einem engagierten Votum für die Kunsthalle.


Kulturpolitik - Spareifer in Bern


von: Nadia Schneider Willen



Die Kunsthalle Bern ist sowohl aus historischer wie auch aus aktueller Perspektive fuer die Gegenwartskunst ein weltweit wichtiger und angesehener Ort und kann ohne Uebertreibung als die bekannteste zeitgenoessische Kunstinstitution der Schweiz gelten. Sie steht fuer einen stets offenen Ort, der es in jeder Epoche verstanden hat, sich mit Ausstellungen der jeweils wichtigsten Protagonisten, die nachhaltig in Erinnerung blieben, international zu profilieren. Fuer das Image der Stadt Bern, also auch fuer all diejenigen Berner und Bernerinnen, welche die Ausstellungen kaum je besuchen, ist die breite, internationale Wahrnehmung der Kunsthalle von unschaetzbarem Wert. Eine Kuerzung des Budgets bedeutet fuer eine solche Institution, die wie alle Ausstellungsorte dieser Groessenordnung erfahrungsgemaess sehr oekonomisch haushaltet und meist nur dank ueberdurchschnittlich grossem Engagement der MitarbeiterInnen ueberhaupt funktionieren kann, leider meist mehr, als eine Ausgabenbremse oder ein Mehraufwand in der Sponsorensuche. Eine Kuerzung bedeutet, nicht auf gleichem qualitativem Niveau weiterarbeiten zu koennen, denn bei den meisten Ausgaben (wie Transporte, Reisekosten, Versicherung, Drucksachen, Werbung etc.) gibt es so gut wie keine Moeglichkeit relevant zu sparen. Profil- und Imageverlust sind die Folgen. Die Frage ist also nicht, ob sich Bern weiterhin eine Kunsthalle leisten kann, sondern die, ob es sich die Hauptstadt der Schweiz leisten kann, ihre international renommierte Kunsthalle zu einem regionalen Schaufenster zurueckzustufen. Dieses Jahr fand uebrigens die Preisverleihung des Prix Meret Oppenheim, der wichtigsten Auszeichnung, welche der Bund im Bereich Kunst und Architektur verleiht, in der Kunsthalle Bern statt. Die Wahl des Orts hat nicht nur damit zu tun, dass die Namensgeberin des prestigehaften Preises, Meret Oppenheim, in diesen Saelen ausgestellt hat; es ist auch ein klares Zeichen fuer die Wertschaetzung der Institution. Nadia Schneider Willen, Praesidentin der Eidgenoessischen Kunstkommission. nadia_schneider@sunrise.ch



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Ausgabe 11  2013
Autor/in Nadia Schneider Willen
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