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Hinweis
1/2.2014




Lugano : Marianne Engel


von: Ruth Händler

  
Marianne Engel · Severin's zweite Form, 2013, Ausstellungsansicht, Courtesy nar-gallery


Eine mysteriöse Erscheinung steht im aktuellen Werk von Marianne Engel (*1972) stellvertretend für die letztlich unfassbare Natur der Pflanzen und Tiere. Mit ‹Jackalope› - so Engels Ausstellungtitel - versuchen die Amerikaner jenes Mischwesen des gehörnten Hasen sprachlich dingfest zu machen, das anderswo als Wolpertinger oder Rasselbock bekannt ist. Das Fabeltier selbst trifft man nicht in der Tessiner Schau der in Etzwil lebenden Künstlerin, die Biochemie mit Diplom-Abschluss studiert hat. Vielmehr deutet die suggestive Inszenierung sämtliches Wachsen, Werden und Vergehen als zauberisches Ereignis, als einen Prozess mit eigenen Gesetzmässigkeiten, der zumindest in ästhetischer Hinsicht der verbalen und wissenschaftlichen Festschreibung trotzt. Auf den Fotos, die sie bei ihren nächtlichen Streifzügen in der Umgebung ihres Bauernhofs macht, wird der tote Hase Severin zum Leitmotiv. Seiner Negativform begegnet man auch in der bühnenartigen Installation, die sich erst in der Dunkelheit entfaltet. Mit fluoreszierenden Pigmenten sind die Formen eines Wald-stücks nachgezeichnet. Man steht zwischen Gatter und Bäumen, in einem vermeintlichen Frei-Land, das in einem Ausstellungssaal arrangiert ist und quasi zur Aufführung gebracht wird. Was bleibt, ist ein seltsames Gefühl der Ambivalenz und der Entrücktheit.

Bis: 26.01.2014



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Ausgabe 1/2  2014
Ausstellungen Marianne Engel [08.11.13-26.01.14]
Institutionen MASI/Palazzo Reali [Lugano/Schweiz]
Autor/in Ruth Händler
Künstler/in Marianne Engel
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