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1/2.2014




St. Gallen : Dani Gal


von: Kristin Schmidt

  
Dani Gal · Modell für ein Filmset vom Konzentrationslager Mauthausen nach der Erinnerung von Herrn Kuck, 2013, Courtesy Freymond-Guth Fine Arts, Zürich. Foto: Gunnar Meier


Konstruiert die Sprache Wirklichkeit? Wahrheit? Vergangenheit? Dani Gal (*1975) arbeitet mit Sprache, mal explizit, mal seine historischen Forschungen begleitend. In einer achtjährigen Arbeitsphase hat der in Jerusalem geborene Berliner Künstler alle Beispielsätze aus dem Oxford Dictionary herausgelöst. In der Kunst Halle werden jeweils zwei dieser Sätze per Zufallsprinzip parallel projiziert: Sie haben vielleicht nie wieder denselben Vorgänger oder Nachbarn und doch verknüpfen sie sich in ihrer Abfolge automatisch zu einer assoziativen Erzählung. Gal arbeitet das Potenzial vermeintlich neutraler Sätze, bewusster oder zufälliger Auslassungen und kleinster inhaltlicher oder grammatikalischer Verschiebungen heraus.
Das Herzstück der Schau ist der von der Kunst Halle koproduzierte Film ‹As from Afar›. Er thematisiert als Reenactment die Freundschaft zwischen dem Holocaust überlebenden Simon Wiesenthal und Albert Speer. Die Freundschaft ist real, doch die Gespräche sind fiktiv und sie werden vom Künstler vor den Hintergrund des sprachphilosophischen Werks Wittgensteins gesetzt. Dass der Philosoph auch als Architekt arbeitete, spiegelt sich in den komplexen Zeit- und Raumverschränkungen.

Bis: 19.01.2014



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Ausgabe 1/2  2014
Ausstellungen Dani Gal [09.11.13-19.01.14]
Video Video
Institutionen Kunst Halle Sankt Gallen [St. Gallen/Schweiz]
Autor/in Kristin Schmidt
Künstler/in Dani Gal
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