Links zum Text und die Möglichkeit, diese Seite weiterzusenden, finden Sie am Ende dieser Seite


Artikel
SWISS ART AWARDS 2013


 1980 Geboren in Riga. Lebt und arbeitet in Berlin und Zürich·2003-2007 The Arts Institute at Bournemouth, Poole, UK, BA Photography·2009-2012 Städelschule, Frankfurt am Main, ­Meisterschüler (Klasse Judith Hopf)


Edgars Gluhovs

Eidgenössischer Kunstpreis

  
Haute Collaboration Siebdruck und Tusche auf Papier, 2012


Haute collaboration (2012)
Haute collaboration - Wenn man bei Google nach diesem Begriff sucht, verweisen die Ergebnisse zumeist auf die Modewelt, etwa auf eine Zusammenarbeit zwischen zwei grossen Häusern oder Designern. Ich habe den Begriff allerdings Ernst Jüngers «Pariser Tagebüchern» entlehnt, wo er sich eher auf den Kollaborationismus bezieht. An genau diese Verwendung muss ich irgendwie denken, wenn ich im künstlerischen Diskurs das Wort ‹collaboration› höre - nichts gegen Zusammenarbeit, aber für mich eines der zwei hässlichsten Wörter überhaupt. Das zweite Wort: ‹Projekt›. Allein der Klang ist schon furchtbar genug. Es ist nicht auszuhalten.
In einem sehr schönen Video aus den späten 80er Jahren führt Helmut Berger mit sich selbst ein Interview, auf Französisch. Dort fragt der eine Helmut Berger, in der Rolle des Interviewers, den anderen: «Tu as des projets?» - worauf dieser einigermassen entsetzt antwortet: «Des projets, non. Je n'ai jamais de projets. (...)
En tout cas, je ne suis pas un industriel. Je suis un artiste.»
Ein anderer Referenzpunkt wäre Gossip Girl - im Sinne der school-yard politics (wer steht mit wem usw.).
Zur Hängung der Arbeit: Es gibt offensichtlich eine gewisse Neigung dazu, kleine Brüche und Verspieltheiten zu integrieren; es gehört beinahe zum ‹bon ton›. Manchmal wird es so auch zum Selbstzweck. Ich hatte wiederum entschieden, dass diese Arbeit eher ‹hardline› sein sollte - all solche Neigungen zu Öffnungen und zu visuellen Ergänzungen mussten entsprechend unterdrückt werden. Alles, was aus der Reihe tanzte, musste niedergestreckt werden: ein ‹rappel à l'ordre›. Eine kleine Übung in Selbstbeherrschung.
P.S. Situation - ein Freistoss. Die Fussballspieler bilden eine Schutzwand. Das Publikum klatscht rhythmisch, in seinem Takt macht die Wand jeweils einen Schritt zurück.


Einzelausstellungen (Auswahl):
2009 Good Cop / Bad Cop, Supernova, Riga ·2011 French Birds Love Pain, Flûte Douce, Frankfurt am Main (mit Anna Zacharoff)·2012 «Alles War Naturholz», Flûte Douce, Frankfurt am Main·2013 Three Cheers to the Feet Under the Curtain, kim?, Riga (mit Timothy Furey)

Gruppenausstellungen (Auswahl):
2009 Is a Show, Is a Shop, Is a Book, Survival Kit, Riga ·2010 Provence, Halle für Kunst, ­Lüneburg·2010 Of Objects, Fields and Mirrors, Kunsthalle Glarus·2012 Zauderberg - Absolventenausstellung der Städelschule, MMK Zollamt, Frankfurt am Main (Kat.)



Links

Anfang Zurück zum Anfang
Ausgabe 14  2013
Künstler/in Edgars Gluhovs
Weitersenden http://www.kunstbulletin.ch/router.cfm?a=140201141000G2Q-7
Geben Sie diesen Link an, falls Sie diesen Eintrag weitersenden möchten.