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3.2014




Olivier Mosset


von: J. Emil Sennewald

  
links: Olivier Mosset/Jeffrey Schad & Vincent Szarek · Chevrolet Bel Air, 1965. Foto: Simon Letellier
rechts: Olivier Mosset-Collaborations · Ausstellungs­ansicht, 2014. Foto: Marc Domage


«Meinetwegen sollten neben den Arbeiten die Namen derer stehen, die sie hergestellt haben» - Olivier Mosset (*1944, Bern) kann sie noch, die Kill the Author-Geste. Mit ihr hat er den Geist der Pop-Art in die malerische Abstraktion geholt, sich durch freche Nähe zum Konsumfetisch von der Pathosgeste des Vorbilds Daniel Buren gelöst. «Wir haben mit John Armleder oft sogar Leinwände ausgetauscht, das hört Buren nicht gern», fährt er fort und beisst, beschienen von der Pariser Wintersonne, in seinen Croque Monsieur. In Paris begann 1965 seine Karriere. Dafür steht der perlweisse Chevrolet Bel Air von 1965, den er von Jeffrey Schar und Vincent Szarek komplett hat individualisieren lassen, im kleinen Innenhof des Kulturzentrums. «Mich hat eigentlich immer nur das Werk interessiert, nicht so sehr, wer es macht», sagt Mosset. Seine Kritik an der Autorschaft darf man nicht mit einem verkümmerten Ego verwechseln. «Hier sieht man die ganz eigene Weise seiner Zusammenarbeit», lacht Ko-Direktor Jean-Paul Felley: «Oft entsteht die Idee sehr rasch, Olivier erfasst sie, sagt dann ‹so machen wir das› und die anderen folgen.» ‹Collaborations› erzählt von Spiegelungen, Anverwandlungen. Mosset besetzt den Raum mit den Beiträgen von Licht-Ingenieur Madjid Hakimi oder von Choreographin Marie-Agnès Gillot. Mit Mai-Thu Perret hat er im Atelier von Donald Judd im texanischen Marfa eine von diesem verworfene Skulptur entdeckt und sie für Paris zwanzig Jahre nach Judds Tod rekonstruiert. Dahinter steht der Nachbau des Saales aus Bertrand Laviers Retrospektive im Centre Pompidou vor zwei Jahren, der ‹Walt Disney Productions› betitelt war. Noch ein Raumgemälde aus Querverweisen. Mosset inszeniert sich in der Theatralität des Ausstellens auch als Amerikaner in Paris. Manches entdeckt er erst im Nachhinein, nicht ohne narzisstische Freude: «Wenn ich sehe, wie sich der Lavier-Raum in der von Jacob Kassay installierten Spiegelwand aus dem Ballet-Probenraum der Opéra Garnier reflektiert», sagt er verschmitzt,«denke ich: das ist gut so.»



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Ausgabe 3  2014
Ausstellungen Olivier Mosset [17.01.14-30.03.14]
Institutionen Centre Culturel Suisse [Paris/Frankreich]
Autor/in J. Emil Sennewald
Künstler/in Olivier Mosset
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