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3.2014




Das Abenteuer Bildung


von: Nicola Schröder

  
links: Yves Marchand & Romain Meffre · Biology Classroom, Cass Technical High School aus der Serie The Ruins of Detroit, 2005-2007, C-Print auf Dibond, Courtesy Galerie Fontana Fortuna, Amsterdam
rechts: Das Abenteuer Bildung, Ausstellungsansicht, 2013. Foto: Katharina Wernli


Der Schlüsselszene des Films ‹Dead poets society› zufolge gehört es zur Ausbildung einer selbstbestimmten Persönlichkeit, Dinge aus verschiedenen Perspektiven betrachten zu können. Die Szene um das Ideal eines Lehrers ist aktuell Teil einer Ausstellung, mit der das Vögele Kultur Zentrum seine Reihe thematischer Ansätze fortsetzt. Um den Begriff der Bildung aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten, hat man dort verschiedenste Exponate zu lose geordneten Themenbereichen kombiniert. Neben Video- und Audiomaterial, Karikaturen oder Sammlungen von Spickzetteln trifft man nicht zuletzt auf interaktive Stationen. Werke bildender Kunst ergänzen die Bereiche, illustrieren oder führen in einen übergeordneten Diskurs. Eingängig in diesem Zusammenhang ist beispielsweise Mathias Pöschls plakativer Schriftzug ‹you must learn›, der grundsätzlich für eine Aufforderung, aber auch für die Tatsache stehen kann, dass man bei nahezu allem, was man tut, lernt. In weiteren Elementen verweist die Arbeit auf die Bedeutung von Bildung als Hoffnungsträger. Die Herangehensweise der positiven Psychologie, nach der jeder Einzelne Fähigkeiten hat, derer er sich bewusst werden und die er gezielt fördern soll, trägt inzwischen zunehmend auch das Bildungswesen.
Das Zugrundegehen dieser Hoffnung dokumentieren Yves Marchand & Romain Meffre in ihrer Fotoserie ‹The Ruins of Detroit› in Bildern von verfallenden Bildungseinrichtungen. Die gleichen Bilder weisen eine Ästhetik auf, die als verbleibender Hoffnungsschimmer gelesen werden kann - Verfall bereitet auch den Boden für neues Wachstum. Selbst Detroit zieht aktuell neues Potential, darunter viele Kreative, an. Wie sehr eine gute Zukunft mit Bildung in Verbindung gebracht wird, beschreibt eine Foto-Serie von Alvaro Laiz & David Rengel unter dem Titel ‹Future Plans›, die als Kinder verschleppte Menschen in Uganda zeigt. Die Arbeit vermittelt, dass sie alle an den Wert einer guten Ausbildung glauben.
Eine allgemeingültige und überdauernde Antwort auf die Frage nach guter Bildung bleibt allerdings schwierig. So verweist auch Adrian Sauers ‹A-Z Brockhaus› auf den Tod einer Institution, die einmal als Standard und Symbol galt. Heute sind Informationen vermeintlich leicht zugänglich. Doch was ergibt sich aus der theoretischen Zugänglichkeit unendlicher Fakten und Details für den Bildungsauftrag?



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Ausgabe 3  2014
Ausstellungen Das Abenteuer Bildung [17.11.13-23.03.14]
Institutionen Vögele Kultur Zentrum [Pfäffikon SZ/Schweiz]
Autor/in Nicola Schröder
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