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3.2014




Jules Spinatsch und Flurina Rothenberger


von: Lucia Angela Cavegn

  
links: Jules Spinatsch · Asynchron III - The missing 20 minutes, Atomkraftwerk Zwentendorf, Dezember 2012. 289 Bilder in chronologischer Ordnung mittels einer auf dem Teleskoparm der ursprünglich für den Transport der Brennstäbe vorgesehenen hydraulischen Hebebühne.
rechts: Flurina Rothenberger . Fanta. Immer mehr Menschen kommen wie Fanta, 16, auf der Suche nach Arbeit nach Dakar. Sie siedeln wild in regelmässig ueberschwemmt werdenden Zonen.


Die Coalmine Fotogalerie präsentiert die Gewinner des Greenpeace Photo Award 2013 zum Thema ‹Umwelt und Umweltzerstörung›. Der Jurypreis des erstmals ausgeschriebenen Wettbewerbs wurde Jules Spinatsch zuerkannt, während der Publikumspreis an Flurina Rothenberger ging.
Die von Alexandra Blättler kuratierte Ausstellung ‹Asynchron - Zwischenstand› umfasst fünf Episoden der insgesamt zehnteiligen fotografischen Untersuchung von Jules Spinatsch (*1964, Davos) zu den gesellschaftlichen und politischen Implikationen der Nukleartechnologie nach dem Zweiten Weltkrieg. Den Mittelpunkt der Schau bildet eine kaleidoskopische Bodeninstallation. Dicht aneinandergereihte Aufnahmen zeigen das Reaktor-Innere des Atomkraftwerks von Zwentendorf (A), dessen Inbetriebnahme quasi in letzter Minute durch eine Volksabstimmung verhindert wurde. Mit einer computergesteuerten Kamera drang Spinatsch zum Schauplatz der (verhinderten) Kernspaltung vor.
Eine andere Serie zeigt den einzigen in der Schweiz hergestellten Kernreaktor, das AKW von Lucens (VD). Dieses wurde wegen eines schweren Zwischenfalls noch während der Testphase 1969 stillgelegt. Seit 1997 beherbergt er ein Kulturgüterdepot. In der Videoprojektion ‹Depot ABC› kombiniert Spinatsch Bildmaterial unterschiedlicher Herkunft und Zeiten zu einer visuellen Chronologie. Während des Kalten Kriegs setzte auch die Luftwaffe auf Atomkraft und bestellte Mirage-III-Kampfjets mit speziellen Tragvorrichtungen für Nuklearbomben, um für präventive Verteidigungsschläge gegen Moskau gerüstet zu sein. Mit der Übermalung des Schweizerkreuzes auf zwei Mirage-Bildchen beraubt der Künstler das nationale Statussymbol seiner Identifikationskraft. ‹Asynchron› ist eine überzeugende Auseinandersetzung mit einem Dauerbrenner.
Die von Sascha Renner kuratierte Ausstellung ‹Dakar ne dort pas... Dakar se noie› im Forum für Dokumentarfotografie präsentiert eine Reportage von Flurina Rothenberger (*1977) zu den jährlich wiederkehrenden Überschwemmungen in Dakar. Das Projekt integriert nebst den Aufnahmen auch Interviews mit Betroffenen sowie Werke des dakarischen Künstlers Cheikh Diallo und verknüpft die unterschiedlichen Beiträge zu einer (mehr-)stimmigen, installativen Präsentation.



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Ausgabe 3  2014
Ausstellungen Flurina Rothenberger, Jules Spinatsch [16.01.14-28.03.14]
Institutionen COALMINE Forum für Dokumentarfotografie [Winterthur/Schweiz]
Autor/in Lucia Angela Cavegn
Künstler/in Flurina Rothenberger
Künstler/in Jules Spinatsch
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