Links zum Text und die Möglichkeit, diese Seite weiterzusenden, finden Sie am Ende dieser Seite


Hinweis
4.2014




Darmstadt : Martin Kasper


von: Grit Weber

  
Martin Kasper · Kunsthaus Zürich, 2013, Tempera auf Leinwand, 60x80 cm ©ProLitteris. Foto: Bernhard Stauss


Das Museum Künstlerkolonie versammelt nicht nur Zeugnisse des Darmstädter Jugendstils, sondern aktuell auch Gemälde von Martin Kasper (*1962). Er malt Räume: Ausstellungshallen bekannter Museen und Galerien, Kinofoyers, Empfangshallen von Konzerthäusern. Meist sind diese perspektivisch genau erfassten Räume leer - zuweilen platziert er jedoch Ganzkörperporträts von Freunden in diese Räume hinein. Der in Freiburg lebende Künstler hat eine Vorliebe für jene inneren Stätten, welche der Kunst vorbehalten sind, die Aussenwelt mit ihrem ungeordneten, profanen Leben also ausfiltern. Zudem liebt er Orte, die architektonisch im weitesten Sinne für die Moderne stehen. Die eigentümliche Melancholie seiner Bilder entsteht offenbar durch diese Leere und Ruhe, zudem im Kontext einer Architektur, die mit einer gesellschaftlichen Utopie in Verbindung steht. Die Ausstellung in den Räumen des Museums Künstlerkolonie ist deshalb so gelungen, weil sie sich inhaltlich und ideell mit ihnen verschränkt: Jugendstil als ästhetische Reform, die das 20. Jahrhundert vorbereitet. Wunderbar ist ein Gemälde, das tatsächlich wie ein Echo den realen Museumsraum mimetisch als Bildraum an den Betrachter zurückgibt.

Bis: 21.04.2014



Links

Anfang Zurück zum Anfang
Ausgabe 4  2014
Ausstellungen Martin Kasper [02.02.14-21.04.14]
Institutionen Institut Mathildenhöhe [Darmstadt/Deutschland]
Autor/in Grit Weber
Künstler/in Martin Kasper
Weitersenden http://www.kunstbulletin.ch/router.cfm?a=140322120145TOC-24
Geben Sie diesen Link an, falls Sie diesen Eintrag weitersenden möchten.