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4.2014




Zürich : The Walk


von: Pablo Müller

  
links: The Walk, Thema Exkursion der Studenten in Neapel, 2012. Foto: Tobias Wootton
rechts: The Walk, ETH Zürich, 2014, Foto: Wataru Murakami


Die Ausstellung ‹The Walk› ist das Ergebnis einer Kollaboration der Fotografie-Klassen von Armin Linke und Michael Clegg der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe mit dem Lehrstuhl für Kunst- und Architekturgeschichte der ETH Zürich von Philip Ursprung. Ausgangspunkt des Projekts war eine Exkursion im Oktober 2012 in Italien. Nach dem Prinzip, die Strukturen des öffentlichen Raums zu Fuss zu durchqueren und zu kartieren, bewegte sich die Gruppe unter der Führung einer lokalen Kulturschaffenden durch die Randgebiete zwischen Neapel und Pompeji. Mit den Ergebnissen dieses ‹Walks› konzipierten die Studierenden der HfG eine Ausstellung in Karlsruhe. Diese bietet nun die Ausgangslage für die Präsentation an der ETH.
In den Ausstellungsräumen selbst ist wenig zu sehen. An einer Wand hängt eine Fotografie einer jungen Frau, auf einem Podest stehen umgekippte Präsentationsstellwände und auf einer schmalen Ablage liegen ein paar ausgedruckte Fotos. Die erste Schau unter der neuen Leitung von Fredi Fischli und Niels Olsen (S. 100) ist auch weniger eine Ausstellung im üblichen Sinne. Die versammelten Werke, fotografische Aufzeichnungen, die auf der Exkursion in Neapel und Pompeji entstanden, kombiniert mit Fotografien, die extra für die Ausstellung vor Ort produziert wurden, sind auf die Treppenaufgänge und Korridore der ETH verteilt. Die Präsentation bietet dem Publikum damit Anlass einer eigenen Erkundung und aktualisiert damit die auch die Exkursion begleitende Frage nach der Vermittlung von Fotografie und Architektur.
Eigentlich ist der Ansatz vielversprechend, nämlich die Exkursion als räumliche Erkundung zu reflektieren - gerade im Vergleich zu anderen in der Kunst und Architektur diskutierten Formen der Begehung wie das performative Durchschreiten der Landschaft à la Richard Long, der Figur des Flaneurs und des von Situationisten entwickelten methodischen Durchstöberns des städtischen Raums. Doch wird diese Reflexion in der Ausstellung wenig berührt. Ein Ausflug auf den Hönggerberg lohnt sich alleweil. Nicht zuletzt wegen der im Rahmen der Ausstellung angebotenen Führung durch den sonst nicht zugänglichen Untergrund der ETH Zürich.

Bis: 11.04.2014



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Ausgabe 4  2014
Ausstellungen The Walk [21.02.14-11.04.14]
Institutionen gta Ausstellungen [Zürich/Schweiz]
Autor/in Pablo Müller
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