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5.2014




Basel : Kasimir Malewitsch


von: Yvonne Ziegler

  
links: Kasimir Malewitsch und Mitarbeiter · Analytische Untersuchung der Formgestaltung bei den malerischen Kulturen Cézannes, des Kubismus und des Suprematismus. Additionale Elemente, Teil II: Das sichelförmige additionale Element des Kubismus. Tusche, Feder, Pinsel, Grafitstift und rote Farbe, vor 1926/1927
rechts: Kasimir Malewitsch · Die erste aus dem Quadrat entstandene suprematistische Form (Das grundlegende suprematistische Element) Graphitstift,1927, Courtesy beide Zeichnungen: Kunstmuseum Basel, Kupferstichkabinett


Als hätte Kasimir Malewitsch geahnt, dass sein ‹Schwarzes Quadrat auf weissem Grund›, 1915, zu einer Inkunabel der Kunstgeschichte werden würde, hängte er es in der ‹Letzten futuristischen Ausstellung 0,10› in jenen oberen Winkel, der Ikonen vorbehalten war. Gleichsam schwebend im weissen Nichts seiner Umrandung sollte das schwarze Viereck (!) eine ungegenständliche Darstellung reiner Empfindung sein. Eine Grundform, die lediglich einen Moment der Ruhe wiedergibt, aus der sich andere suprematistische Formen wie Kreuz oder Kreis ergeben können. Im Kunstmuseum Basel wird jenes Konvolut von Blättern ausgestellt, das Malewitsch aufgrund des russischen Veröffentlichungsverbots seiner Schrift zur Theorie des Zusatzelements und des Suprematismus 1927 in Deutschland für die Publikation in der Reihe der Bauhausbücher benutzte. Wie die neueste Forschung ergab, zeichnete er jenen Teil von Blättern, auf denen sich neben Zeichnungen suprematistischer Formen russische Titel, Jahresangaben der Ursprungsbilder und editorische Hinweise befinden, in Berlin. Dass Malewitsch hierbei jenseits der Abstraktion eine reine, höchste Malerei anstrebte, die in ihrer Ungegenständlichkeit dennoch der Welt und ihren Phänomenen verbunden ist, spiegeln Werktitel wie ‹Das grundlegende suprematistische Element. Das Quadrat› oder ‹Kombinierte suprematistische Komposition (Empfindung metallischer Laute, dynamisch; blass-metallische Färbung)›. Für die Darlegung seiner Theorie des Zusatzelementes, einer Art «Bakterium» unterschiedlicher Wirkung (kubistisch, cézannistisch oder suprematistisch), das die Schaffung moderner Kunst durchdringt und die darstellende Interpretation von Welt durchsetzt, brachte er sein Unterrichtsmaterial aus dem St. Petersburger Staatlichen Institut für Künstlerische Kultur mit. Interessante Formstudien und Gemäldeanalysen, die grösstenteils von seinen Mitarbeitern angefertigt wurden. Gelungen ergänzt wird das Kernstück der Basler Ausstellung durch Gemälde, die Malewitschs Aneignung vorangegangener Kunststile verdeutlichen, die Rekonstruktion seiner unbewusst suprematistischen Bühnenbild- und Kostümbeiträge für die futuristische Oper ‹Sieg über die Sonne›, 1913, und El Lissitzkys gezeichnete Übertragungen des Suprematismus in die Architektur. Der Katalog überzeugt durch eine Neuübersetzung einiger Manuskripte sowie sorgfältige Analysen des Text- und Bildmaterials.

Bis: 22.06.2014



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Ausgabe 5  2014
Ausstellungen Kasimir Malewitsch [08.03.14-22.06.14]
Institutionen Kunstmuseum Basel/Hauptbau/Neubau [Basel/Schweiz]
Autor/in Yvonne Ziegler
Künstler/in Kasimir Malewitsch
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