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5.2014




Basel/Riehen : Odilon Redon


von: Yvonne Ziegler

  
Odilon Redon · L'Araignée souriante, 1881, Kohle auf Papier, 47,5x37 cm


Der französische Künstler Odilon Redon (1840-1916) gibt so manches Rätsel auf. Nicht nur seine fiktionalen Bildfindungen, in denen sich Realismus und Imagination die Hand reichen, sondern auch der krasse Wandel von Schwarz zu Farbe. In seinen vorzugsweise mit Kohle gezeichneten ‹Noirs› dominieren düster-heitere Fantasiegestalten: eine grinsende Spinne oder ein körperloses Zyklopenauge im unbestimmten Raum. Um 1890 bricht leuchtende Farbgewalt auf, wischen stoffliche Pastelle die Dunkelheit hinweg, gleichermassen einer ambivalenten Grundstimmung verbunden. Bisweilen grenzen Redons Arbeiten an Kitsch, so übertrieben süsslich wirken Farbwahl und Thema. Doch gleichzeitig ist eine grosse Kunstfertigkeit zu erkennen: das Sfumato eines Frauenporträts, die Modulation von Schärfe und Unschärfe, Nähe und Ferne sowie die Wiedergabe von Licht und Schatten. Die Suche nach dem Ursprung des Schöpferischen trieb ihn an, in Bezug auf Kunst und ihre Möglichkeiten sowie auf das Kreatürliche. An die ihn begeisternde darwinsche These unserer Herkunft aus dem Wasser erinnern Amöben und Schmetterlinge. Materie, Mythos und Psyche durchziehen sein Œuvre, fühlbare Durchlässigkeit von Innerem und Äus­serem, visuellem und geistigem Raum.

Bis: 18.05.2014



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Ausgabe 5  2014
Ausstellungen Odilon Redon [02.02.14-18.05.14]
Institutionen Fondation Beyeler [Basel/Riehen/Schweiz]
Autor/in Yvonne Ziegler
Künstler/in Odilon Redon
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