Links zum Text und die Möglichkeit, diese Seite weiterzusenden, finden Sie am Ende dieser Seite


Hinweis
6.2014




Dornbirn : Esther Stocker


von: Karlheinz Pichler


Esther Stocker · Untitled, 2014, Kunstharz auf LKW-Plane


Mit LKW-Planen, die mit schwarzweissen Gitterstrukturen bemalt und durch Zerknautschen in Objektform gebracht wurden, lässt die Künstlerin Esther Stocker (*1974, Schlanders) beim Publikum des Kunstraums derzeit «Zweifel an der Geraden» aufkommen.
Die Südtirolerin beschäftigt sich seit Jahren mit Rastersystemen in allen möglichen Ausprägungen. Sie ist interessiert an der Offenheit und unendlichen Erweiterbarkeit solcher Strukturen. Raster sind für Stocker antihierarchische Systeme, die sowohl in der Wissenschaft wie auch in der Philosophie und im Alltag eine zentrale Rolle spielen. Vorläufer ihrer «visuellen Grammatik» sind sicher die frühen, minimalistischen Arbeiten von Joe Baer und Frank Stella. Auch das Quadrat von Kasimir Malewitsch zitiert sie immer wieder. Die schwarzen und weissen, vielfach reproduzierten, geknickten und verschobenen Quadrate auf den Planen-Knäueln kontrastieren mit dem schmutzigen Braun der Wände und Böden des ehemaligen Industriegebäudes. Durch das Falten und Zerknittern wird die strenge formale Geometrie des Gemalten aufgehoben. Auch die scheinbar zufällige Platzierung der Objekte im Raum unterminiert die Ordnung. Und es gibt auch organisch-visuelle Anknüpfungspunkte: Die Objekte erinnern an überdimensionales zerknülltes Papier oder an riesige Fussbälle, denen die «Seele» entnommen wurde.

Bis: 15.06.2014



Links

Anfang Zurück zum Anfang
Ausgabe 6  2014
Ausstellungen Esther Stocker [25.04.14-15.06.14]
Institutionen Kunstraum Dornbirn [Dornbirn/Österreich]
Autor/in Karlheinz Pichler
Künstler/in Esther Stocker
Weitersenden http://www.kunstbulletin.ch/router.cfm?a=140524131115QFC-19
Geben Sie diesen Link an, falls Sie diesen Eintrag weitersenden möchten.