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Hinweis
7/8.2014




Villeurbanne (Lyon) : Guillaume Leblon


von: J. Emil Sennewald

  
Guillaume Leblon · Field piece, 2014, Ausstellungsansicht. Foto: Blaise Adilon


Auch wenn so mancher­ Lorbeer des Kulturbetriebs, wie der Prix Mar­cel Duchamp, an ihm vorbei ging - Guillaume­ Leblon gehört zu Frankreichs wichtigen Bildhauern seiner Generation. Im Eingangssaal des I.A.C., das ihm nun eine grosse Ausstellung widmet, hat er aus Möbelstücken, die Bürger/innen von Nizza ihm gebracht haben, einen Bodenbelag zusammengesetzt. Man betritt Geschichte aus Lebensfragmenten. Hier wird die germanophile Seite des Künstlers spürbar. Er ist fasziniert von Heinrich von Kleist, vom konzeptuellen Naturbegriff der deutschen Romantik, von der Landschaft als Roman. An der Stirnseite des Saales wirft ein Vorhang in leichtem Bogen perfekte Falten. Der Stoff wurde mit Gips versteift. Erstarrung und Verflüssigung sind Leblons Programm. Materialien wie Sand, Bronze, Marmor oder umgedrehter Teppichboden gerinnen ihm zu Figuren und Fabeln. Bisweilen gibt er der poetischen Präzision einzelner Gesten zuviel Bedeutung mit, macht sie theatral. Doch es gelinge ihm, «immer weniger Autorität auszuüben», versichert er. Dann gelingen ihm kleine Meisterstücke, wie die zwei Zeitungsseiten, die zerknüllt in einem Durchgangssaal liegen. Leicht, voller Erinnerungen an Gesehenes, werden sie von einem verborgenen Luftstrom hin und her getrieben. Ihre Falten, ihre Form, ihre Bewegung ziehen eine ganze imaginäre Welt nach sich. Mehr braucht es nicht, um Raum zum Roman zu wandeln.

Bis: 24.08.2014



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Ausgabe 7/8  2014
Ausstellungen Guillaume Leblon [06.06.14-24.08.14]
Institutionen Institut d'art contemporain [Villeurbanne/Frankreich]
Autor/in J. Emil Sennewald
Künstler/in Guillaume Leblon
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