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9.2014




Ortungen


von: Gisela Kuoni

  
links: Gaudenz Signorell · Big Bic, 2014, Plakatprint auf Outdoorpapier, 1/24 - 24/24. Foto: Marco Hartmann
rechts: Judith Albert · Looking for Hannah, 2014, Digitalprint / Wand-Tattoo ©ProLitteris. Foto: Marco Hartmann


Kunst im öffentlichen Raum hat Saison. Was sich aber in Chur seit Mai abspielt und bis in den Dezember hinein fortgesetzt wird, ist aussergewöhnlich. Über das ganze Stadtgebiet erstrecken sich die Eingriffe, die unter dem Titel ‹Ortung› zu Entdeckungen, Begegnungen, Information und Kommunikation einladen. Verantwortlich sind Luciano Fasciati als künstlerischer Leiter und der Verein Art-Public.
Ins abgelegene Gewerbegebiet, wo leere Plakatwände seit Jahren vor sich hindämmern, ist mit einem Mal Leben eingekehrt. Renommierte Künstler/innen geben den ausgedienten Flächen ihre Bedeutung zurück: Gaudenz Signorell schuf neue Plakate, auf denen er mit kühnem Schwung Erinnerungen an BIC-Kugelschreiber der ersten Stunde aufleben lässt. Erik Steinbrecher zoomt den Churer Hausberg, den Calanda, auf die Plakatflächen. Alle zwei Monate wechselt das Gezeigte. Jules Spinatsch wird folgen, dann Barbara Signer. In der Innenstadt sind es Schaufenster, die neue, oft irritierende Aufmerksamkeit wecken. Durchgänge, die man kaum je durchmisst, locken plötzlich zum Verweilen. So macht Angela Wuest mit Spiegelungen eingefangener Ansichten aus einem verlassenen Schaufenster eine spannende Passage und Ines Marita Schärer lässt eine hoch gelegene Passerelle zum Blickfang werden. Judith Albert hat als Trompe l'oeil ein Abbild ihres Zürcher Atelierfensters nach Chur gebracht. Der Titel ‹Looking for Hannah› verweist auf die Dada-Künstlerin Hannah Höch. In der Rathaushalle setzt sich Remo Albert Alig mit philosophischen Themen auseinander, wenn er eine gotische Fensteröffnung mit schimmerndem Alabaster auskleidet und so den ‹Heiliggeist› mitten im geschäftigen urbanen Alltag aufscheinen lässt. Die ganze Stadt reizt zum Beobachten und Entdecken. Jan Anüll, Isabelle Krieg, Ursula Palla, Zilla Leutenegger, Gerber-Bardill sind weitere Protagonist/innen des Churer Kunstsommers. Regelmäs­sige Führungen erläutern die Interventionen.
Partner sind die Kantonsbibliothek, die mit entsprechenden Publikationen das Kunstgeschehen dokumentiert, das Bündner Kunstmuseum, das Theater Chur mit Diskussionsveranstaltungen und ortsspezifischen Interventionen, dazu verschiedene «Lesebänke». In der Tageszeitung ‹Südostschweiz› treten in zweiwöchentlichem Abstand Künstler/innen mit einer ganzen, individuell gestalteten Seite in Erscheinung. So schlitzte Zilla Leutenegger die erste Ausgabe der Zeitung auf, ohne sie zu verletzen. Zum Jahresende werden diese Zeitungsseiten als Publikation vorliegen.



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Ausgabe 9  2014
Ausstellungen Ortung 2014 [03.05.14-31.12.14]
Institutionen Interventionen im Öffentlichen Raum [Chur/Schweiz]
Autor/in Gisela Kuoni
Weitersenden http://www.kunstbulletin.ch/router.cfm?a=140824115506YI0-20
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