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9.2014




‹Des hommes et la forêt›


von: Katharina Holderegger Rossier

  
Antoine Roegiers · Les paysages des sept péchés capitaux, nach Pierre Bruegel d. Ä., 2011, (Serie), Feder und Sepia auf Papier, 23x41 cm, Courtesy Galerie Guy Bärtschi, Genf


Was für eine Kraft zeitgenössische Positionen in historischen Gebäuden entfalten können, macht zurzeit das Musée historique et des porcelains vor, das in einer mittelalterlichen Burg einquartiert ist. So führt die um die Werke der Künstler aus Nyon Pierre Golay und P.-A. Bertola entwickelte Schau ‹Les hommes et la forêt› vor Augen, wie fest uns die Weltdeutungen dieser Epoche zwischen sinnlicher Erfahrung und träumerischer Erweiterung noch immer im Griff haben, sobald wir in einen Wald gelangen. Aus reizvollen Lichtungen, wie auf den Ölbildern von J.-F. Müller, werden bei Anbruch der Dunkelheit rasch Orte unheimlicher Begegnungen, wie in den von Mischwesen, Riesen und Zwergen bevölkerten Universen des Bildhauers Nikola Zaric und des Trickfilmers Antoine Roegiers, ja des Banns und Fluchs wie in der düsteren Kohlezeichnung Raquel Maulwurfs und im dichten Wellpappedekor Eva Jospins. Selbst Alison Elizabeth Taylors fein gezeichneter Holzhacker und Not Vitals mit F, U, C, K, Y, O und U besetztes Hirschgeweih lassen den Wald noch eher archaisch, als Rohstoffgrube und Nahrungsgrund anklingen. Nur bei Alain Huck, der den Y-Stock des sibirischen Jägers Dersou Ouzala (Roman von Arseniev; Film von Kurosawa) aus giftigem Blei nachgegossen und mit einer Plastikbinde versehen hat, erscheint das Thema auch ökologisch aufgeladen.



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Ausgabe 9  2014
Ausstellungen Des Hommes et la Forêt [11.04.14-26.10.14]
Institutionen Château de Nyon [Nyon/Schweiz]
Autor/in Katharina Holderegger Rossier
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