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9.2014




Der helle Wahnsinn


von: Nicola Schröder

  
Emil Manser · Court. Hist. Museum Luzern


Sei anders, sei kritisch! - Das Vögele Kultur Zentrum widmet sich derzeit mit einer anregenden Ausstellung dem «Andersdenken». Als Leitbild dient der Gedanke, dass ein Rebell immer erst über eine Norm definiert wird. Die handgeschriebenen Spruchtafeln von Emil Manser (1951-2004), mit denen der Provokateur als schräges «Stadtoriginal» auf Luzerner Strassen für Kopfschütteln und Schmunzeln sorgte, stimmen darauf ein und stiften zum Widerstand an. Im Fokus als normative Gesellschaftskraft der Gegenwart steht das System der Bankenwirtschaft und des Kapitals. Entsprechende Schlüsse erfährt man in einem klar vorgegebenen Ausstellungsparcours. In Unterthemen aufgeteilte Ausstellungselemente aus verschiedensten Sparten und Medien geben darin allemal interessante Denkanstösse: Ist es beispielsweise «normal», wenn ein Bankchef von sich selbst sagt, er verrichte die Arbeit Gottes? Künstler werden gegenüber dem System traditionell als willkommene Dissidenten in Stellung gebracht, der Wahnsinn zur Quelle der Innovation. Im Unterkapitel ‹Versprechen einer anderen Welt› klingt allerdings an, dass in dem uns bekannten Gefüge selbst die Kunst oft ein doppelgesichtiges Wesen ist. Veränderung bewirkt nur, wer sich mit aller Konsequenz gegen den Mainstream wendet.



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Ausgabe 9  2014
Ausstellungen Der helle Wahnsinn [18.05.14-21.09.14]
Institutionen Vögele Kultur Zentrum [Pfäffikon SZ/Schweiz]
Autor/in Nicola Schröder
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