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9.2014




Mischa Kuball


von: Nicola Schröder

  
Mischa Kuball · Militärunterstand Berlingen, 2014, Detail, ©ProLitteris


Die Bedeutung des Lichts wird sofort klar, wenn man die eigenwilligen Kunsträume von The View in Salenstein an einem sonnigen Tag besucht. An drei weitgehend unbeleuchteten Schauplätzen - einem Zivilschutzbunker, einem ehemaligen Wasserreservoir und einem militärischen Unterstand - treffen hier in der idyllischen Landschaft über dem Bodensee unendliche Gegensätze aufeinander. Blendung und Finsternis sind darin von Beginn an die zentralen Erlebensmomente.
Mischa Kuball (*1959) ergründet hier einmal mehr die optische und metaphorische Herkunft des Lichts mitsamt seinen Reflexionen, Spiegelungen und Schatten. Eindrücklich arbeitet er verschiedenste Erscheinungsformen und Facetten heraus und setzt sie in einen deutlichen Bezug zur Historie des Ortes. Für die Installation greift Kuball auf Roland Barthes ‹Helle Kammer› und sein Konzept des «punctum» zurück, das plötzliche und spontane Angerührtwerden, das die Ebene persönlicher Gefühle erschliesst. Kuballs konzeptueller Ansatz zwischen Geschichtsrezeption, philosophischer Durchdringung und individuellem Erleben bedient sich der Beklemmung, die diese Orte per se hervorrufen. Mit einer älteren Arbeit zu Gilles Deleuzes ‹Die Falte› weist er voraus auf eine Verknüpfung folgender Einzelarbeiten, die eine «Ineinanderfaltung» von Aspekten und Denkrichtungen vorstellen.



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Ausgabe 9  2014
Ausstellungen Mischa Kuball [29.06.14-28.09.14]
Institutionen THE VIEW Contemporary Art [Salenstein/Schweiz]
Autor/in Nicola Schröder
Künstler/in Mischa Kuball
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