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9.2014




Juul Kraijer


von: Claudia Jolles

  
Juul Kraijer · Untitled, 2014, Pastel auf Papier, 61,5x48,5 cm, gerahmt, 65x52x3,5 cm


Eigentlich blickt uns auf jedem Bild der Niederländerin Juul Kraijer (*1970, Assen) dieselbe junge Frau entgegen. Eine feine Pastellzeichnung zeigt sie mit offenen Augen und glasklaren Pupillen, die sich in einem Schwarm Schmetterlinge vervielfachen. Wie ein Schleier umschmeicheln die Falter ihren Kopf und lösen dessen Konturen auf. Und es scheint, als ob die Frau dank dieser zusätzlichen Augen schärfer und vielschichtiger sehen kann. Dadurch wirkt sie seltsam entrückt.
Auf einem anderen Blatt gleitet eine helle Gestalt über eine dunkle Bildfläche, gefolgt von einem Insektenschwarm. In ihrem schwebenden Schreiten zeigt sich keine Angst. Sie wirkt entspannt, wird Teil dieser Wolke aus flirrenden Flügelchen, verliert sich darin. So verschmilzt Kraijer Menschen mit Tieren und lässt uns in ihren Figuren unterschiedliche Metamorphosen durchleben. Die Verwandelten wirken sanft und fremd, ähnlich wie die scheue Literatin, die Janet Frame in ihrem Roman ‹Dem neuen Sommer entgegen› charakterisiert: «Wenn ich mich erstmal in mein Dasein als Vogel gefunden habe, wird es kein Halten mehr geben, ich könnte mich erneut verwandeln, in die nächste Tierart, ich könnte weiter und weiter gehen - wohin? Das weiss ich nicht, aber weiter und weiter von der Menschenwelt fort.»



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Ausgabe 9  2014
Ausstellungen Juul Kraijer [02.08.14-30.08.14]
Institutionen Monica De Cardenas [Zuoz/Schweiz]
Autor/in Claudia Jolles
Künstler/in Juul Kraijer
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