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9.2014




Wolfgang Weingart


von: Thomas Schlup

  
Wolfgang Weingart · Was ich morgen am liebsten machen würde, Typographische Text­interpretation, 1965, Buchdruck, Handsatz, ZHdK, Grafiksammlung. Foto: U. Romito


Ein hübsches Missgeschick gleich zu Beginn: In der Lehre fiel Wolfgang Weingart (*1941) ein voller Setzkasten auf den Boden. Aus dem verstreut liegenden Inhalt entstanden die ‹Rundsätze›, Schriftbilder in Kreisform. Die einzelnen Typen umwickelte Weingart mit einem Kartonband und druckte dann sowohl die Lettern als auch die Fussseite. Mit einer Lichtinstallation solcher Schriftbilder werden wir in der letzten Galerieausstellung im Museum für Gestaltung begrüsst. Der gelernte Schriftsetzer bildete sich an der Kunstgewerbeschule Basel bei Emil Ruder und Armin Hoffmann weiter und unterrichtete selbst von 1968 bis 1999. Die dezent ausgeleuchtete Schau (Szenografie: Mathis Fässler) zeigt nicht nur seine Arbeiten und die der Studierenden, sondern legt auch die oftmals überraschenden Prozesse offen. Wer hätte gedacht, dass aus einem zerknüllten Papiertaschentuch ein Matterhorn werden kann? Computer und Fotokopierer waren ebenso Werkzeuge wie Pinsel, Bleistift, Schere und Papier. Dem Typographen lag der respektvolle und doch freie Umgang mit dem Medium ‹Buchstaben› am Herzen, was er an die nächste Generation weitergab: «Four typefaces are enough to address every typographic problem». Kuratorin: Barbara Junod.



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Ausgabe 9  2014
Ausstellungen Weingart Typografie [07.05.14-28.09.14]
Institutionen Museum für Gestaltung [Zürich/Schweiz]
Autor/in Thomas Schlup
Künstler/in Wolfgang Weingart
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