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11.2014




Basel/Muttenz : Toon Verhoef


von: Françoise Theis

  
links: Toon Verhoef · Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland, 2014. Foto: Serge Hasenböhler
rechts: Toon Verhoef · Untitled, 2014, Öl und Acryl auf Leinwand, Ausschnitt. Foto: Françoise Theis


Aus dem Bilderarchiv seiner Zeichnungen schöpft Toon Verhoef (*1946, Voorburg) Motive und Inspiration für seine grossformatigen Werke. Die kleinen zeichnerischen Arbeiten auf Papier entstehen aus einer bunten Mischung von Techniken: Darin kann auch mal ein Stück Käse collagiert werden oder verkrustetes Farbmaterial geformt sein. Die Zeichnungen werden nicht übertragen, sondern in einem mehrstufigen Prozess transformiert, so dass sie nur noch als Spur in den Gemälden zu finden sind. «Ich möchte lieber, dass man ein Bild sieht und kein Gemälde. Ich möchte den Mythos abschütteln, der Gemälde umgibt», sagte Verhoef in einer Filmdokumentation von Henneke Molhoek und Menno Grootveld von 2001. Anziehend findet er auch die grossen Werbetafeln, die besonders in den USA als fremde Elemente in der Landschaft auftauchen. Und der Film fasziniert ihn seit langem. Es liegt also nahe, seine riesigen Leinwände als Filmstills auf einer Kinoleinwand projiziert zu betrachten. Damit wird offensichtlich, dass es Verhoef um ein flüchtiges Bild und nicht um ein geschaffenes Gemälde geht.
Nach einer zehnjährigen Pause im Realisieren von Grossformaten zeigt Verhoef, neben zwei älteren Arbeiten, drei neue Gemälde im Format 2,80x5 m. Diese gleichen einer Trilogie: Die wiederkehrenden Motive, sofern man überhaupt davon sprechen kann, sind abgeschlossene, schachtelartige Gebilde aus Quadern und Zylindern, die sowohl flächig als auch räumlich wirken. Auf gelbem, weissem und braunem Hintergrund in Blau, Rot und Rot-Orange-Grün schreiben sich diese Objekte in die riesige Fläche ein und schweben gleichzeitig schwerelos im undefinierten Raum. Diese Zweistimmigkeit macht denn auch die Faszination der neuen Arbeiten aus: Sie sind in ihrer Gemachtheit in vielen Schichten in der Fläche übereinander gelegt entstanden und gleichzeitig Raumillusionen, die einen Blick ins unendliche Universum suggerieren.
Jedes Werk kann auch als Abfolge von zehn Sequenzen oder filmischen Einzelbildern gesehen werden. Dieser Eindruck entsteht unter anderem dadurch, dass Verhoef mit selbst hergestellten Acrylfolien die riesige Leinwandfläche strukturiert. Er bemalt diese Folien von hinten und klebt sie dann auf den Stoff, malt darüber, lässt aus. Dem Auge bleibt die vielschichtige Technik unergründlich - und so soll es auch sein.

Bis: 10.01.2015



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Ausgabe 11  2014
Ausstellungen Erik Steinbrecher, Toon Verhoef [19.09.14-16.11.14]
Institutionen Kunsthaus Baselland [Basel/Muttenz/Schweiz]
Autor/in Françoise Theis
Künstler/in Toon Verhoef
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