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11.2014




Chur : Spektrum Südtirol


von: Gisela Kuoni

  
links: Elisabeth Hölzl · Hotel Paradiso, 2013/2014. Fotografie, Digital C-Print auf Aluminium, 40x60 cm ©ProLitteris
rechts: Martin Pohl · Nr. 1 O.T., 2014. Mischtechnik auf Leinen, 200x150 cm


Was die Visarte für Graubünden ist der Südtiroler Künstlerbund für Südtirol: ein Berufsverband für bildende Künstler/innen sowie Architekt/innen. Dreizehn Kunstschaffende aus Südtirol realisieren den lange angestrebten Schritt über die Grenze und zeigen in einer zweiteiligen Ausstellung in der Galerie Fasciati und in der Stadtgalerie ihre Positionen.
Die Absicht ist nicht, das lokale Kunstschaffen vorzustellen. Vielmehr wird in den Arbeiten die Beziehung der Künstlerschaft zur Region, über die Grenzen hinaus, sowie ihr Bezug zur Zeit thematisiert. Fasciati knüpft dabei an die Kunstereignisse der letzten Jahre im Bergell (Promontogno, Castelmur) an und öffnet gleichzeitig neue Perspektiven. Es geht um Kunst, Architektur und Geschichte, vermittelt in Fotografie, Malerei, Installation und Video. Die Präsentation an zwei Orten - Galerie und Stadtgalerie - ermöglicht neue Betrachtungsweisen. Die aktuelle Problematik um die Erhaltung oder den Verfall historischer Hotelpaläste nimmt Elisabeth Hölzl aus Meran in einer mehrteiligen Fotoarbeit auf. In einer Serie stimmungsvoller Aufnahmen aus dem 1934 vom Mailänder Architekt Gio Ponti erbauten Luxushotel ‹Paradiso› im Valmartello zeigt sie die morbide Schönheit der Historie auf. Die im Originalzustand in farbigen Streifen gestalteten Gänge sind im Kabinett der Galerie neu erstanden und faszinieren mit den darauf platzierten Farbbildern. Ähnlich der Vergangenheit zugewandt scheinen die Arbeiten von Hubert Kostner, der von einer Fotografie ausgehend ein mächtiges Bergmassiv zu einer holzschnittartigen Werbetafel umfunktioniert oder mit Hilfe von Schalbrettern eine Installation erstellt, die in ihrer Leblosigkeit beklemmend wirkt und wohl auch das Wüten des Skitourismus hinterfragt. Keine idyllischen Berglandschaften, sondern auf weisse Farbflächen reduzierte Pigment­anhäufungen vor himmelblauem Grund zeigt Martin Pohl in seinen Gemälden in Mischtechnik. Mit tagebuchartigen Aquarellen, die auf Landschaft, Berge, Wind und Wetter anspielen, ist Julia Frank vertreten. Und schliesslich zeigt Sissa Micheli, eine Bekannte aus Castelmur, raffiniert ausgeleuchtet eine Videoarbeit aus glitzernden Rettungsfolien: Berge, die sich drehen, auftauchen und verschwinden und den Lauf der Zeit ins Geschehen bringen. Das Anliegen der Ausstellung ist eine vertiefte Auseinandersetzung mit Kunst aus Südtirol im Vergleich mit Graubünden. Dazu werden sicher auch die zahlreichen Begleitveranstaltungen beitragen.

Bis: 06.12.2014



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Ausgabe 11  2014
Autor/in Gisela Kuoni
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