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11.2014




Rapperswil : Hugo Suter


von: Nicola Schröder

  
links: Hugo Suter · Ausstellungsansicht Kunst(Zeug)Haus, 2014. Foto: Andri Stadler
rechts: Steven Schoch · Exhausting empty vessels, 2014, Ausstellungsansicht Kunst(Zeug)Haus. Foto: Andri Stadler


Der Wunsch nach einer Ausstellung mit Hugo Suter (1943-2013) im Kunst(Zeug)haus bestand bereits zu dessen Lebzeiten - seine Realisierung rund ein Jahr nach seinem Tod ist nun vor allem der Unterstützung seiner Witwe Mariann zu verdanken.
Als «junge Kunst» der Achtziger markieren die frühen Werke Suters unter anderem den Beginn der Sammlung des Stifterehepaars Bosshard. Die Schau hat entsprechend Retrospektive-Charakter, erhebt aber trotz eines vertretenen Zeitraums von vier Jahrzehnten nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Entstanden ist allemal ein eindrücklicher Überblick, der nicht zuletzt Suters Stellenwert in der Schweizer Kunst aufzeigt. Von 1968 bis 1972 gehörte Suter zur Ateliergemeinschaft Schweizer Avantgardisten im Aarauer Ziegelrain, die man hier anhand von Arbeiten Rolf Winnewissers und Christian Rothachers skizziert hat. Unverkennbar wurzeln sowohl der konzeptionelle Ansatz, als auch die Mittel Suters im Geist der Sechziger. Ob in Form von Malerei, Objekten, Fotografie oder Video - Ausgangspunkt und Antrieb war seine Skepsis gegenüber dem ersten Eindruck. Suter vertrat die tiefgehende Beobachtung und ging Erscheinungen auf den Grund. Sein grösster Ideengeber und gleichzeitig Refugium war dabei der Hallwilersee, an dem er den Grossteil seines Lebens verbrachte. Er behandelte den See wie ein autonomes Wesen, das er zitierte und sogar selbst für sich malen liess. Seinen Geheimnissen und Erscheinungsformen versuchte er teils auch mit wissenschaftlichen Methoden auf die Spur zu kommen. Im Hinblick auf die optische Aufbrechung vermeintlicher Gegensätze wie Oberfläche und Untergrund trickste er die Wahrnehmung oft mit zum Teil genial einfachen Lösungen aus.
Zu den bevorzugten Materialien Suters gehörte vor allem das Glas mit Qualitäten wie Durchsicht, Spiegelung und veränderlicher Mattigkeit. Darüber ersann er immer neue Wege, «Malerei» mit anderen, auch «armen» Materialien herzustellen. In einem Jungkünstler der Gegenwart, Steven Schoch (*1987 in St. Gallen), haben die Werke Suters im Kunst(Zeug)Haus aktuell einen spannenden - wenn auch nicht konkret dazu intendierten - Dialogpartner erhalten. Im Rahmen der Initiative ‹Seitenwagen› für junge Kunst zeigt Schoch in seiner ersten Museumsschau performative und installative Arbeiten. Darin befasst er sich auf nachdenklich verwegene Art mit den erschöpfenden Mustern und Stereotypen des täglichen Lebens.

Bis: 09.11.2014



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Ausgabe 11  2014
Ausstellungen Steven Schoch, Hugo Suter, Rolf Winnewisser [31.08.14-09.11.14]
Institutionen Kunst(Zeug)Haus [Rapperswil-Jona/Schweiz]
Autor/in Nicola Schröder
Künstler/in Steven Schoch
Künstler/in Hugo Suter
Künstler/in Rolf Winnewisser
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