Links zum Text und die Möglichkeit, diese Seite weiterzusenden, finden Sie am Ende dieser Seite


Hinweis
11.2014




Bern : Schang Hutter


von: Alice Henkes

  


Das Handwerk hatte der Vater für ihn vorgesehen. Als junger Mann ging Schang Hutter (*1934) in der väterlichen Steinmetz-Werkstatt in die Lehre. Sein künstlerisches Lebens-Thema drängte sich ihm auf, als er zum Studium an die Kunstakademie in München ging und in der bayrischen Metropole überall auf Kriegsversehrte traf. Diese Menschen, denen der Krieg tiefe Wunden in Körper und Seele gerissen hatte, liessen ihn nicht mehr los. Ihr Leid spiegelt sich in Hutters Skulpturen, verzerrten menschlichen Figuren mit überlangen Armen, die sehnsüchtig nach einem Sinn greifen, ohne zufassen zu können und überlangen Beinen, die vergebens nach einem Halt suchen. Anlässlich des 80. Geburtstags des Solothurner Künstlers ist sein Werk erstmals in einer umfassenden Ausstellung zu sehen, die von den ersten Arbeiten des jungen Steinbildhauerlehrlings bis zu Zeichnungen aus den letzten Jahre reicht. Auch integriert die Schau eine Gruppe Porträt-Büsten von Fremden, deren Gesichter Hutter inspiriert haben, und von Freunden wie den Dichtern Peter Bichsel und Gerhard Meier. Der Hauptakzent aber liegt auf den Figuren und Ensembles in Holz und Metall, mit den typischen spitznasigen Maskengesichtern und den schlaffen, überlangen Armen. In der Häufung wirken diese Anklagen an die Grausamkeit der Menschen etwas repetitiv, zugleich wird jedoch fühlbar, wie quälend wichtig Hutter dieses Thema war und ist.

Bis: 10.11.2014



Links

Anfang Zurück zum Anfang
Ausgabe 11  2014
Ausstellungen 80 Jahre Schang Hutter [10.08.14-10.11.14]
Institutionen Tramdepot Burgernziel [Bern/Schweiz]
Autor/in Alice Henkes
Künstler/in Schang Hutter
Link http://www.hutter2014.ch/
Weitersenden http://www.kunstbulletin.ch/router.cfm?a=1411141058462DA-40
Geben Sie diesen Link an, falls Sie diesen Eintrag weitersenden möchten.