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12.2014




Basel : Caspar Wolf


von: Hans-Dieter Fronz

  
Caspar Wolf · Rhonegletscher, von der Talsohle bei Gletsch aus gesehen, Öl auf Leinwand, Aargauer Kunsthaus


Bevor die Schweizer Alpen im 19. und besonders 20. Jh. zum Freizeitparadies avancierten, musste die zuvor als unwirtlich, gefahrvoll und «schröcklich» erlebte Gebirgswelt als anziehender Naturraum entdeckt werden. Ohne Kunst kein Alpinismus - die ästhetische ging der touristischen Erschliessung zeitlich wie kausal voraus. Was Albrecht von Haller für die Literatur, war Caspar Wolf für die Kunst: ein Pionier der ästhetischen Erschliessung. Für einen Berner Verleger schuf er rund 200 Ansichten der Alpen in Öl, die ihn zu dem bekanntesten Alpenmaler der Schweiz machten. Rund die Hälfte der Bilder breitet jetzt das Kunstmuseum Basel, geordnet nach inhaltlichen oder perspektivischen Kriterien in ‹Caspar Wolf und die ästhetische Eroberung der Natur› aus. Beliebte Sujets sind Brücken und Höhlen. Auch geschichtsträchtige, für die nationale Identität bedeutsame Orte wie Rütliwiese und Hohle Gasse geraten ins Bild. Wolf interessiert sich für Wasserfälle und das doch nicht ewige Eis: Wie die Pranke eines Raubtiers schiebt sich der heute stark geschrumpfte Rhonegletscher ins Bild. Was seine ästhetisch-geodätische Vermessung der Alpen noch heute sehenswert macht, ist die Kraft kompositorischer Überformung des Gesehenen, die den Bildern gerade in spielerischer Abweichung vom Realen Lebendigkeit und Poesie verleiht.

Bis: 01.02.2015



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Ausgabe 12  2014
Ausstellungen Caspar Wolf [06.10.14-01.02.15]
Institutionen Kunstmuseum Basel/Hauptbau/Neubau [Basel/Schweiz]
Autor/in Hans-Dieter Fronz
Künstler/in Caspar Wolf
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