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12.2014




Bern : BONE 17 - Big Ego


von: Alice Henkes

  
Franz Gertsch · Patti Smith II, 1978, Acryl auf ungrundierter Baumwolle. 284x420 cm, Kunstmuseum Bern, Geschenk der Jubiläumsstiftung der Schweiz. Mobiliar Versicherungsgesellschaft


BONE, das wegweisende Berner Performance-Festival, macht sich auf die Suche nach den Wurzeln der Performance-Art im Fluxus und fokussiert die New Yorker Szene. Festival-Leiter Valerian Maly reagiert damit auf den aktuellen Performance-Boom.
Für die serbische Künstlerin Marina Markovic ist der eigene Körper Material und Thema. In ‹Pressure Me› liess sie sich vor Publikum die Idealmasse 90-60-90 eintätowieren. Letztes Jahr eröffnete Markovic das BONE-Festival in Bern mit einer Fortsetzung dieser Arbeit und liess sich das zur Erlangung der Idealfigur notwendige Schnittmuster der Schönheitschirurgie auf den Leib tätowieren.
Die Szene in Belgrad stand im vergangenen Jahr im Zentrum von BONE. Valerian Maly hat vor drei Jahren die Leitung des von Norbert Klassen gegründeten Performance-Festivals übernommen. Durch Themenschwerpunkte will er das international und generationsübergreifend ausgerichtete Festival deutlicher profilieren. In diesem Jahr macht Maly sich gemeinsam mit Co-Kuratorin Maya Boesch auf die Suche nach der Entwicklung der Performance-Art in der New Yorker Szene der Siebziger.
Für Maly ist das eine Suche nach der ursprünglichen Kraft der Performance in einer Zeit, in der das einstige Nischenprodukt Performance allgegenwärtig geworden ist. An der Art Basel machte die Inszenierung ‹14 Rooms› von Hans Ulrich Obrist Furore. In Biel verwandelten Gianni Jetzer und Chris Sharp die Schweizer Plastikausstellung in ein Performance-Festival. Valerian Maly, sieht diesen Boom kritisch. Bei vielen aktuellen Performances handelt es sich seiner Auffassung nach um «kunstmarktgerechtes Imageproducing und weniger um die Kunst der Handlung».
Dieser flüchtigen Kunst der Handlung spürt BONE nach, indem es den Blick auf New York richtet. «New York bringt etwas mit, das grundsätzlich wichtig ist für die Performance: alles kann extended sein, erweitert, ausgedehnt, verlängert», sagt Maly. New York ist zudem ein wichtiger kunsthistorischer Ausgangspunkt für die Entwicklung der Performance in den Sechziger- und Siebzigerjahren. Darauf verweist eine Kooperation mit dem Kunstmuseum Bern, das Franz Gertschs Gemälde ‹Patti Smith II›, 1978, zeigt. Das Bild porträtiert die US-Musikerin und Poetin während einer Lesung, an der sie genervt von der Kamera die Manuskriptseiten nach Gertsch warf. Für Maly ganz klar ein performativer Akt einer Wegbereiterin der Performance der Siebzigerjahre. Maly: «Patti Smith' Text ‹The Salvation of Rock› ist einer der zentralen Texte über Performance Art.» Das Porgramm illustriert diese Haltung mit US-Künstlerinnen und Künstlern, die an der Schnittstelle von Musik und Performance arbeiten, wie M Lamar, Benjamin Patterson und Alvin Lucier. Daneben sind auch Schweizer Kunstschaffende wie Franticek Klossner, Sylvie Henchoz und Ronny Hardlitz vertreten.

Bis: 06.12.2014



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Ausgabe 12  2014
Autor/in Alice Henkes
Link http://www.bone-performance-com
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