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12.2014




Genève : Kabukitheater-Holzschnitte


von: Katharina Holderegger Rossier

  


Einfach Klasse! Nach über einem halben Jahrhundert besinnt sich das Cabinet d'arts graphiques mit der Schau ‹Le geste suspendu› wieder seiner beachtlichen und institutionsgeschichtlich bedeutenden Japanbestände: So öffnete sich das Cabinet 1936 mit dem ersten grösseren Ankauf von 300 Holzschnitten aus dem Besitz der Physikerin, Dichterin und Feministin Emilia Cuchet-Albaret nicht nur ­aussereuropäischer Kunst, sondern begann nach dem Vorbild der brillanten Dame bereits auch bei Drucken die Katalogisierung nach Blättern statt nur nach Folgen. Abgerundet durch ausgezeichnete Schilder sowie einen Katalog ermöglicht die Schau eine vertiefte Begegnung mit den von der aufstrebenden Bürgerschicht in den neuzeitlichen Grossstädten getragenen, eng miteinander verschränkten Welten des Kabukitheaters und des Holzschnitts. Beide Schulen sind dabei vertreten, die schrille Edos (Tokyos) und die mehr auf Poesie setzende Osakas. Lauschig fürwahr die Schattenwürfe der letzteren um 1850: Anders als die zeitgleichen Schattenrisse in Europa haben sie nichts Morbides an sich, sondern erwecken durch ihre raffinierten Nuancen den Eindruck, der dargestellte Schauspieler atme hinter einem sanft beleuchteten Windschirm leise durch. Gleich könnte er betörend hervorspringen...

Bis: 11.01.2015



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Ausgabe 12  2014
Ausstellungen Le Geste Suspendu [10.10.14-11.01.15]
Institutionen Cabinet d'arts graphiques [Genève/Schweiz]
Autor/in Katharina Holderegger Rossier
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