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12.2014




St. Gallen : Art@Tell


von: Lucia Angela Cavegn

  
links: Sarawut Chutiwongpeti · The installation series of Untitled (Wishes, Lies and Dreams), Primitive Cool...), 2007, mixed media installation. Foto: Hannes Thalmann
rechts: Lewis Davidson · Eighteen Flags, 2014, Austria, Bahrain, Canada, Denmark, England, Georgia, Greenland, Indonesia, Japan, Latvia, Monaco, Peru, Poland, Singapore, Switzerland, Tonga, Tunisia, Turkey, Polyester, Dimensionen variabel


Der Campus der Universität St. Gallen auf dem Rosenberg beherbergt seit seiner Eröffnung 1963 eine beachtliche Sammlung an Werken namhafter Künstler wie Alberto Giacometti, Alexander Calder, Gerhard Richter und Roman Signer. Seit 1986 obliegt die Kunst am Bau einer vom Rektorat eingesetzten Kunstkommission. Für die sich im Zentrum befindlichen Räumlichkeiten an der Tellstras­se 2 hat diese 2013 die Förderplattform Art@Tell lanciert. Das gründerzeitliche Ambiente soll im halbjährlichen Rhythmus von jüngeren, professionellen Kunstschaffenden aus aller Welt bespielt werden. Die zweite Ausgabe von Art@Tell startete diesen September und wurde von Deborah Keller, einer jungen Zürcher Kunsthistorikerin, kuratiert. Die auf verschiedene Stockwerke verteilte Ausstellung umfasst Exponate von Kunstschaffenden aus Grossbritannien, Irland, Kanada, Thailand und Österreich. Sarawut Chutiwongpeti (*1970) aus Bangkok ist der älteste vertretene Künstler. Seine märchenhafte, ganz in Weiss gehaltene Installation ‹Wishes, Lies und Dreams...› im Seminarraum 217 wirkt wie ein stiller, verzauberter Garten, wo sich Fauna und Flora scheinbar in Eis verwandelt haben. Verziert mit Tand und melodiös untermalt, tendiert die Glitzerwelt zum Skurrilen. Eine andere Art von Humor enthält die Arbeit ‹Eighteen Flags› von Lewis Davidson (*1990), dem jüngsten Beteiligten: Sie zeigt 18 rotweisse Fadenknäuel. Ausgehend von der Schweizer Fahne suchte Davidson nach weiteren Nationalflaggen mit derselben Farbkombination. Übers Internet bestellte er diese und zerlegte sie Faden um Faden, und beraubte sie so ihrer Unterscheidbarkeit und ihres Identifikationscharakters. Die Ausstellung überzeugt durchwegs: So beeindrucken auch Agnes Prammers (*1984, Wien) schwarzweisse Gruppenporträts, welche im Kollodium-Nassplatten-Verfahren (erfunden ca. 1850) hergestellt wurden. Die lange Belichtungszeit und die Bearbeitungsspuren verleihen ihren Aufnahmen eine besondere Ausstrahlung. Die Kanadierin Allyson Glenn (*1974) zeigt hochstehende, zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit changierende Malerei aus der Froschperspektive und die Irländerin Ruth Le Gear (*1984) setzt sich in ihrer vielschichtigen Installation ‹Polar Forces: Universe of an Iceberg› mit der Problematik des Klimawandels auseinander.

Bis: 01.02.2015


Universität St.Gallen, bis 1.2.; mit zahlreichen Interviews



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Ausgabe 12  2014
Autor/in Lucia Angela Cavegn
Link http://www.unisg.ch/art-tellstrasse2
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