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Hinweis
3.2015




Wil : Philippe Winninger


von: Lucia Angela Cavegn

  
Philippe Winninger · Modern Ruins, 2015, Ausstellungsaufnahme Kunsthalle Wil


Die ungefähr 100 Quadratmeter Bodenfläche im Erdgeschoss der Kunsthalle Wil werden bis Mitte März weitgehend von einem mannshohen, schillernd-schimmernden Gebilde aus Abertausenden von 1-dl-Plastikbechern eingenommen. Das von Philippe Winninger (*1956, Marseille) in wochenlanger Arbeit errichtete Konstrukt erinnert an einen Eispalast, der die Luftigkeit eines Kartenhauses besitzt. Schicht um Schicht zu ineinandergreifenden Säulen gestapelt, verleihen die transparenten Bausteine dieser fragilen und labilen Architektur eine strickmusterähnliche Oberfläche, in der sich das Licht zauberhaft verfängt. Die bestechende Ästhetik wird durch die Bescheidenheit des Materials konterkariert, das in verschiedenen Filialen eines Schweizer Grossverteilers in repetitiven Akten, sprich unzähligen profanen Einkaufsgängen, beschafft wurde. Der Aufbau in der Kunsthalle kam einer meditativen Performance gleich, bei der Winninger mit der stets gleichen, ritualisierten Bewegung die Plastikbecher Stück um Stück konzentriert setzte. Nicht nur ob der schieren Präzision und Geduld, die in diesem Wunderwerk steckt, verschlägt es dem Publikum fast den Atem. Auch spürt es, dass dieses ephemere Gebilde bereits durch leichte Berührung ins Wanken geraten kann. Die Ausstellung wurde von Claudia Reeb kuratiert.

Bis: 15.03.2015



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Ausgabe 3  2015
Ausstellungen Philippe Winninger [08.02.15-15.03.15]
Institutionen Kunsthalle [Wil/Schweiz]
Autor/in Lucia Angela Cavegn
Künstler/in Philippe Winninger
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