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Hinweis
5.2015




Vevey : Fred Deux


von: Katharina Holderegger Rossier

  
Fred Deux · Quand il m'arrive de - spasme de l'être, 2007, Bleistift, Tusche, Farbstift, aquarelliert, und Gold auf Velin, 740x520 mm, Musée Jenisch Vevey. Foto: Claude Bornand


Es gibt nichts, das Fred Deux (*1924) zum Künstler prädestiniert hätte. Er wächst in einer Arbeiterfamilie in einem feuchten Keller in Boulogne-Billancourt auf. Seine Eltern streiten sich ohne Ende. Sein Onkel, der ihm etwas Zuneigung schenkt, nimmt sich das Leben. Er selbst wird stets neben einem Gewehr schlafen für den Fall, dass Angst und Schmerz auch ihn überwältigen. Und dennoch entwickelte der heute 91-jährige Fred Deux ein beeindruckendes Werk. Seit 1948 hat er seine Innenwelt in über 5000 Arbeiten auf Papier ausgelotet - immer wieder auf der Suche nach neuen Zellbildungen an den Rändern der in ihm triefenden und siechenden Wunde. Gut ein Jahrzehnt nach der Pompidou-Retrospektive schaut nun das Musée Jenisch auf sein obsessives Werk aus farbigen und dunklen Linien sowie sein ebenfalls eindrückliches literarisches Schaffen. Anlass ist eine anonyme Schenkung. Obschon nur mit rund sechzig Blättern und Büchern bestückt, erlaubt die von Laurence Schmidlin wunderbar erarbeitete Schau eine berührende Begegnung mit der malerischen und zeichnerischen Seite von Deux, von ersten Arbeiten, inspiriert von einem Katalog von Paul Klee, bis zu Beispielen aus der letzten Phase.

Bis: 25.05.2015



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Ausgabe 5  2015
Ausstellungen Fred Deux [20.02.15-25.05.15]
Institutionen Musée Jenisch Vevey [Vevey/Schweiz]
Autor/in Katharina Holderegger Rossier
Künstler/in Fred Deux
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