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Hinweis
5.2015




Zürich : Arnold Helbling


von: Claudia Spinelli

  
Arnold Helbling · Nr. 922 Study in Architecture Nr. 18, 2015 Acrylic on Canvas, 61x61 cm


Dezent abgetönte Farbfelder zwischen scharfwinklig gesetzten Graten. Vektoren im expandierenden Raum. Formaler Reichtum, Schönheit und Energie - mit seinen neusten Gemälden bewegt sich Arnold Helbling (*1961, Brugg) souverän im Terrain der geometrischen Abstraktion. Dieser Schritt mag nur im ersten Moment überraschen. Eine ganze Bilderreihe hat er seinerzeit dem deutschen Biennale-Pavillon gewidmet. Und er hat fast minutiös dokumentiert, wie der Stuhl im Garten des Vaters von Pflanzen überwuchert wurde. Das spannungsvolle Verhältnis von Architektur und Natur ist für sein Schaffen zentral. So auch für die neuen Gemälde. Seine Gerippe sind Grundstrukturen, die das Bauen in die Höhe, aber auch das urbane Wuchern in die Breite prägen. Und wenn an einzelnen Stellen schwarze Farbe hervorsickert, denkt man an Rost, der sich in die Oberfläche frisst, oder an die gesprenkelte Oberfläche von Birkenstämmen. Dieses Motiv klingt auch im Ausstellungstitel ‹Treeline› an. Hier wird es interessant: Wo entropische Auflösung und fraktale Neubildung aufeinandertreffen, lauert Helblings Idee von Freiheit. Eine Freiheit, die er sich nicht nehmen, sondern behutsam, in einem indirekten Verfahren, hervorrufen muss. Er malt auf eine durchsichtige Folie, die er dann auf die Leinwand überträgt. An diesem Prozess haben der Zufall und die Kontrolle gleichermassen Anteil.

Bis: 02.05.2015



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Ausgabe 5  2015
Ausstellungen Arnold Helbling [10.04.15-02.05.15]
Institutionen Fabian & Claude Walter [Zürich/Schweiz]
Autor/in Claudia Spinelli
Künstler/in Arnold Helbling
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