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6.2015




Brugg : Daniela Belinga/Antal Thoma


von: Feli Schindler

  
Antal Thoma · Die zerbrochene Säule, 2009, c-print between acrylglass. Foto: Antal Thoma


Junge Leute aus der Bieler Hausbesetzerszene übten sich einst nach dem Vorbild bäurischer Pin-up-Kalender in deftigen Szenen - aus Spass und um ihre Kasse aufzupolieren. Einer hängte sich gar als Christusfigur mit Pampers um die Lenden kopfüber ans Kreuz. Und Antal Thoma (*1981) drückte ab. Das Bild und weitere Grossformate sind nun in Brugg zu sehen. Kunstzitate, Märchen und apokalyptische Geschichtsschreibung bilden die Grundlage der ‹Hotsquats›, der heissen Shots aus besetzten Häusern. Eine schöne Zeitgenossin posiert als Frida Kahlo mit einer Wirbelsäule aus bunten Kinderklötzen. Eine schwangere Prinzessin klatscht haufenweise grüne Frösche an die Wand und neuzeitlich tätowierte Barbaren - ein preisgekröntes Tri­ptychon - setzen den Glanzpunkt dieses üppig barocken Fotoreigens.
Daniela Belinga (*1959) referiert mit riesigen Frauenskulpturen ebenso augenzwinkernd auf Mythen und Märchen. Sie führt durch einen phantastischen Kosmos von Walküren und archaischen Göttinnen. «Masken, Spirits oder Geister» schreibt sie in ihrem Scrapbook ‹To trespass›, das der Doppelausstellung den Titel leiht. Dass die gelernte Modedesignerin die Malunterlagen aus Pappe mit grossen Stichen zusammennäht und die Kostüme wie Teppiche auslaufen lässt, zwingt zu Grenzüberschreitung - real und mental.

Bis: 07.06.2015



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Ausgabe 6  2015
Autor/in Feli Schindler
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