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6.2015




Vaduz : Christian Megert


von: Karlheinz Pichler

  
Christian Megert · Farbiges Scherbenbild, 2011 ©Pro Litteris


In den Sechzigerjahren zählte der Schweizer Bildhauer Christian Megert (*1936, Bern) zur europäischen Avantgarde im Umfeld der Zero-Bewegung. Zero, 1958 von Heinz Mack und Otto Piene initiiert, war als Ideengemeinschaft gedacht, die, befreit von jeglichem Ballast der Vergangenheit, einen Neuanfang signalisierte. Nachkriegsströmungen wie dem Informel oder dem Tachismus wollten sie eine Phase der Stille entgegenhalten, mit einer puren Ästhetik, basierend auf Materialien wie Plexiglas, Aluminium, Spiegel, Gips oder Sand.
Ein wiederkehrendes Kennzeichen im Schaffen Megerts ist die Verwendung von präzis geschnittenen Spiegelstücken - für ihn das ideale Material, um räumliche Unendlichkeit zu transportieren und eine Schnittstelle zu schaffen, in der sich Bildraum und realer Raum permanent überschneiden. Einzelne Splitter bemalt er auch und erzeugt damit Bildstrukturen. Oder er konstruiert Labyrinthe aus Spiegelsplittern, die ständig neue Perspektiven eröffnen. Neben Werken aus der Zero-Zeit sowie neueren Arbeiten zeigt die Galerie mit ‹Turning Triangle› auch ein Objekt von 1973, in dem der in Düsseldorf lebende Künstler Licht, Bewegung und Spiegelung so miteinander kombiniert, dass sich ein Raum «ohne Ende und Grenzen, ein Raum mit unbeschränkten Möglichkeiten, ein neuer metaphysischer Raum» ergibt, wie er ihn in seinem Manifest von 1961 postuliert hatte.

Bis: 18.06.2015



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Ausgabe 6  2015
Ausstellungen Christian Megert [16.04.15-25.08.15]
Institutionen Galerie am Lindenplatz [Vaduz/Liechtenstein]
Autor/in Karlheinz Pichler
Künstler/in Christian Megert
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