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6.2015




Zürich : Dan Graham und Günther Vogt


von: Nicola Schröder

  
links: Dan Graham · Sine Wave/Zig Zag, 2007/08, Kunsthaus Zürich, Depositum der Walter A. Bechtler Stiftung
rechts: Dan Graham und Günther Vogt · Ausstellungsansicht gta. ETH Zürich, 2015. Foto: Martin Stollenwerk


Dan Graham (*1943, Urbana, Illinois, USA) hält es für eine Plage, wörtlich «disease», dass heutzutage Künstler Architekten sein wollten und Architekten Künstler. In einer als Prolog zu seiner Ausstellung angesetzten Podiumsdiskussion mit Jacques Herzog und Günther Vogt stellte er vor Studierenden der ETH fest, dass er eigentlich weder noch, sondern nur ein Architektur-Tourist sei. Trotzdem oder vielleicht auch deshalb ist Graham ein Künstler, der eine entsprechende Verbindung in seinem Werk besonders deutlich veranschaulicht. Vor allem in seinen ‹Pavillions›, in diesen hybriden Strukturen zwischen Skulptur und Gebäude, ist erst bei genauem Hinsehen eine Distanz erkennbar. Im Hinblick auf die Architektur treibt Graham seine Interventionen regelmässig über die Funktionalität hinaus und etabliert Denkmodelle. In Anlehnung an historische Gartenräume bezieht er Umgebung und Natur mit ein und vermittelt über die Anordnung von Materialien wie getöntem Glas, Spiegeln und verschiedenen Metallen neue Beziehungen. Zur Disposition stehen dabei Gegensätze wie Innen und Aussen, Raum und Zeit oder Reflexion versus Transparenz. Den Architekten Jacques Herzog inspirierte in dieser Auseinandersetzung besonders Grahams Weg, Skulptur zu denken und zu gestalten, und das Vorgehen, sich mit der Rolle der Betrachtenden selbst auseinanderzusetzen. Er spricht von Werken, die minimal wirken, aber weit darüber hinausgingen, indem sie Pop, Musik und Psychologie miteinbeziehen. Es sind genau solche Beziehungen und Inspirationswege zwischen Individuen und Werken aus Kunst und Architektur, die auch in der aktuellen Ausstellung im gta im Zentrum stehen sollen. Einen Einblick in die Vielseitigkeit des Konzeptkünstlers/Kritikers/Kurators Graham und die Wirkung seiner Untersuchungen auf die Architekturtheorie sollen Modelle und Videos vermitteln. Flankiert werden sie von einer der ‹Wunderkammern› des Landschaftsarchitekten Günther Vogt, einem Forschungskabinett, das für dessen akribische «Feldarbeit» steht. Zusammen mit Vogt hatte Graham im vergangenen Jahr temporär die Dachterrasse des Metropolitan Museum of Art in New York gestaltet. Über den Baumwipfeln des Central Park hatten sie einen Dachgarten mit einer Installation aus Glas und naturbegrünten Wänden eingerichtet, bei der Graham den Kollegen nicht zuletzt mit seiner präzisen und gleichzeitig offenen Arbeitsweise beeindruckt hat.

Bis: 21.06.2015



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Ausgabe 6  2015
Ausstellungen Dan Graham, Günther Vogt [15.04.15-21.06.15]
Institutionen gta Ausstellungen [Zürich/Schweiz]
Autor/in Nicola Schröder
Künstler/in Dan Graham
Künstler/in Günther Vogt
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