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7/8.2015




Bern : Adela Picón


von: Alice Henkes

  
Adela Picón · Es war einmal eine kleine Cabane..., Installationsmodell, 2015 ©ProLitteris


«Es war einmal eine kleine Cabane...», die fand nach einem grossen, doch zeitlich begrenzten Auftritt im Rahmen der Expo 02 eine zweite Heimat am Bahnhof Bern Bümpliz. Dort dient das markante Tonnengewölbe, entworfen von Jean Nouvel, seit 2007 als Kunstraum. Die Lage der Cabane B abseits der Berner Kunstszene, in einem Quartier mit grossem Migrantenanteil, regt manche Kunstschaffende zu Projekten an, die in situ entstehen und in einer Galerie kaum möglich wären. So auch Adela Picón, welche die Cabane in ein warmes Wollkleid steckt. Mit Hilfe von Schülerinnen und Schülern aus der Nachbarschaft hat die Künstlerin eine Art Stricktapete geschaffen, die den Innenraum der Cabane ganz auskleidet. Der sonst eher kühle Kunstraum trägt nun gleichsam warme Unterwäsche. Das evoziert ein Gefühl von Behaglichkeit. Zugleich erinnern die Tapeten, für die über 60 Kilo Wolle verstrickt wurden, an Urban-Knitting-Projekte und die damit verbundene Idee einer friedlichen Aneignung öffentlicher Räume. Folgerichtig schwingt auch im märchenhaften Titel ‹Es war einmal eine kleine Cabane...› die Vorstellung mit, die Geschichte dieses Raumes fortzuschreiben. Dass die Mittel aus Wolle und Stricknadeln bestehen, erinnert wiederum an die enge Verbundenheit von Handarbeit und Erzählung sowie das Schicksal als langen Faden.

Bis: 15.07.2015



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Ausgabe 7/8  2015
Ausstellungen Adela Picón [16.06.15-15.07.15]
Institutionen CabaneB [Bern/Schweiz]
Autor/in Alice Henkes
Künstler/in Adela Picón
Link http://www.kunstachse.ch/
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