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7/8.2015




Besançon : Silvia Bächli


von: J. Emil Sennewald

  
Silvia Bächli · Weiter wird. Les abords, Frac Franche-Comté, 2015. Foto: Blaise Adilon


Alles hängt zusammen. Handlungen von heute bestimmen, wie das Gestern weiterwirkt. Sie sind von Vergangenem beeinflusst, folgen unsichtbaren Spurrillen im Raum. Immer neu gelegt durch Begegnungen mit dem, was wird. Durch Entgegnungen auf das, was passiert. Und: Einmal diese Spuren wahrgenommen, verändert sich, was erblickt wird, wird erfüllt von einer Stimmung des Einzigartigen, des Singulären, nicht mehr Gleich-Gültigen. Solche Gedanken entstehen beim Betreten des sorgfältig eingerichteten Zeichenraums der Baslerin Silvia Bächli (*1956, Baden). Ergänzt durch die Klänge eines automatischen Flügels, der im Nebensaal die von der Schottin Katie Paterson als Morse-Code ausgesandte Mondscheinsonate spielt, zieht der lichte Saal durch Transparenz an. Eine Durchsichtigkeit der im Raum kommunizierenden Zeichnungen, Farben, Linien, des weissen Papiers. Landschaften und Körper schieben sich übereinander wie leichte, wehende Vorhänge. Die farbig durchscheinenden Räume setzen uns sanft in Bewegung, zwischen lavierende Linien, die an den Rändern auszugreifen scheinen. Laut wissenschaftlichen Erkenntnissen reagiert die Hand nicht erst bei einem Kontakt. Sie wird von Oberflächen angezogen, entwirft ein Berührungsnetz, modelliert, was dem direkten Kontakt Gestalt gibt. Bächlis Konstellationen zeigen die Antwort auf die Erwartung einer Berührung. Man spürt, wie es ‹weiter wird›.

Bis: 18.10.2015



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Ausgabe 7/8  2015
Ausstellungen Silvia Bächli [07.06.15-18.10.15]
Institutionen FRAC Franche-Comté [Besançon/Frankreich]
Autor/in J. Emil Sennewald
Künstler/in Silvia Bächli
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