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9.2015




Bern : Filip Haag


von: Alice Henkes

  
Filip Haag · Cheloman, 2014, Öl auf Leinwand ©ProLitteris


Unter dem Zauberspruch «Abrakadie und mehr», den Filip Haag (*1961) als Titel über seine neuen Werke wirft, versammeln sich abstrakte Arbeiten, die immer wieder Gegenständliches suggerieren. Querformatige Zeichnungen mit mal dichteren, mal luftigeren Liniengewirren entfalten Landschaften, die umso detaillierter werden, je länger man sie anschaut. Schwarze und graue Ölfarbe auf blauem Grund mit den Fingern verteilt, verwandelt sich in einem Werk wie ‹Arumeni›, 2014, in Wolken und Flügel, in gefiederte Schwärme oder stürmische Bewegung. Gerade in den grossformatigen, farbigen Arbeiten sind es weniger Natur und Landschaft, die evoziert werden, sondern die ungreifbare Macht der Elemente: Wind und Wellen scheinen auf dem Malgrund zu arbeiten. In ‹Obladie›, 2015, punktieren seltsame Löcher die weissliche Weite, wie Tierspuren im Schnee. Dieses Sich-Hinaustasten über den Bereich des Darstellbaren findet sich auch in den Bildern, die mehr oder weniger deutlich an Köpfe erinnern. Aus markigen Pinselgesten entstehen Schattenrisse von Häuptern, wie in ‹Cheloman›, 2014. Eine Art Helm scheint den Kopf zu überwölben, ein Helm, der möglicherweise aus den Gedanken gebildet ist, die dem Kopf entströmen und dem Noch-nicht-Wissen zulaufen.

Bis: 12.09.2015



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Ausgabe 9  2015
Autor/in Alice Henkes
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