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9.2015




Frankfurt : Doug Aitken


von: Yvonne Ziegler

  
Doug Aitken · Song 1, 2012/2015, six-channel, seven-projection video installation on 360-degree screen, 34'44'', Loop, Farbe, Ton, Courtesy 303 Gallery, NY; Eva Presenhuber, Zürich; Victoria Miro, London; Regen Projects, Los Angeles


Der amerikanische Künstler Doug Aitken (*1968, Redondo Beach) ist mit ausladenden Sound- und Videoinstallationen sowie mehreren Licht- und Spiegelobjekten in der Schirn Kunsthalle zu Gast. In der frei zugänglichen Rotunde des Hauses mischen sich die Geräusche des Tropfens, Plätscherns und Brausens einer milchigen Flüssigkeit mit elektronisch bearbeiteten Unterwassertönen zu einem ungewöhnlichen Wasserkonzert. Derweil im Inneren ein dichter Klangteppich in die Mitte eines freihängenden 360°-Panoramaschirms lockt, auf dem sich in mehreren Segmenten Videoclips von einsam singenden Menschen, Stadtaufnahmen, Autoverkehr, surrenden Tonbändern oder abstrakten Mustern fliessend abwechseln. Aitken zelebriert menschliche Verlorenheit und das trügerische Glück von Versprechungen. In seinen Videos deutet nichts auf mögliche Auswege hin, kein Auflehnen wider das moderne Nomadentum oder den Exotismus. Vielmehr werden wir durch die räumliche Anordnung der Videoflächen und die fliessenden Schnittfolgen unmittelbar in Bann gezogen. Weniger überzeugend sind die Leuchtkästen, die kitschige Wolkenformationen oder eine Mondlandschaft zeigen, sowie ein fotografiertes Smartphone, dessen gesprungenes Display an die Schattenseite einer globalisierten Welt denken lässt.

Bis: 27.09.2015



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Ausgabe 9  2015
Autor/in Yvonne Ziegler
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