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9.2015




Zürich : Chandigarh sehen


von: Dominique von Burg

  
Chandigarh, Parlamentsgebäude von Le Corbusier, Aufnahme 1968. Foto: Jürg Gasser


Indische Bauarbeiter begannen in den Fünfzigerjahren mit dem Bau der nördlich von Neu-Delhi gelegenen Reissbrettstadt Chandigarh mit traditionellen Methoden. Dies erzählt der Film von Alain Tanner in atmosphärischen Bildern. Nach der Teilung Indiens wurde die Stadt nach Plänen von Le Corbusier ab 1951 als neue Hauptstadt des indischen Teils des Bundesstaates Punjab errichtet. Le Corbusier gliederte die Metropole systematisch in relativ autarke Sektoren. Heute zeigt sie sich in mittlerweile brüchigen Sichtbetonbauten im Stil der Fünfzigerjahre und staubigen Grünflächen. Die Proportionen des Regierungsviertels wirken kolossal. Es gibt Strassen in acht Kategorien, von Fernverkehrstrassen bis zu Fahrrad- und Rikschawegen. Obwohl Le Corbusier Vorgaben für den weiteren Ausbau hinterlassen hat, überlagerten die Bedürfnisse der rasant wachsenden Metropole mit illegalen Slums dieses Konzept. Anlässlich seines 50. Todestages sind nun Teile der fotografischen Bestandesaufnahme Chandigarhs von Jürg Gasser von 1968/69 zu sehen, ergänzt mit aktuellen Farbfotografien sowie Aufnahmen von Dolf Schnebli, René Burri, Thomas Flechtner. Erstaunlicherweise zelebrieren sie alle - mit Ausnahme nur von Maja Weyermann - die Ikonizität von Le Corbusiers Architektur, obwohl die betongewordene Vision streng geometrischer Ordnung an den indischen Lebensweisen scheiterte.

Bis: 04.10.2015



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Ausgabe 9  2015
Autor/in Dominique von Burg
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