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10.2015




Appenzell : Gerold Tagwerker


von: Kristin Schmidt

  
Gerold Tagwerker · blur.grid#2, 2008, 8 Leucht­elemente mit Spiegelraster; raw.portrait, 2007, Glas, Rohglas, Spiegel, Zinkblech, 100,5x100,5x4 cm. Foto: Hans Peter Schiess


Ordnung ist das halbe Leben - und die ganze architektonische Moderne. Sie ist sachlich, klar, reduziert; rechte Winkel, Vertikale und Horizontale dominieren das Erscheinungsbild. So einfach diese geometrischen Prinzipien sind, so anfällig sind sie für Abweichungen. Dort setzt Gerold Tagwerker (*1965, Feldkirch) an. Der österreichische Plastiker geht vom Raster aus, formal und auch mate­riell: Er verwendet Armierungsgitter, Drahtglas oder Lamellenblenden und konstruiert Arbeiten in modernistischer Logik, um diese gleichzeitig zu unterwandern. Das Regelmass kippt in die Diagonale, ins X, Leuchten entfalten ein Eigenleben, Spiegel reflektieren gerasterte Porträts oder hinterlassen zersplitternd dynamische Bilder. Der Notausgang schliesslich führt ins Nichts und hat sein Pendant in einer Stahltür, deren Konstruktion eine Holztür imitiert. Tagwerkers Arbeiten offenbaren sowohl das Formendiktat von Materialien wie auch deren Potenzial, vorhandenes Vokabular beliebig zu variieren und zu multiplizieren.
Knapp zwanzig Werke umfasst die monografische Ausstellung des Vorarlbergers. Reduktion also auch hier, doch gut bemessen: Der Rundgang ermöglicht Überblick und Konzentration und nimmt sinnfälligen Kontakt auf zum Museumsbau von Annette Gigon und Mike Guyer.

Bis: 18.10.2015



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Ausgabe 10  2015
Ausstellungen Gerold Tagwerker [12.07.15-18.10.15]
Institutionen Kunstmuseum Appenzell [Appenzell/Schweiz]
Autor/in Kristin Schmidt
Künstler/in Gerold Tagwerker
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