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10.2015




Lumbrein : Val Lumnezia - aspects


von: Lucia Angela Cavegn

  
links: Anna Lenz · Greina, abends 9.8.1989, Fotografie auf Barytpapier, Fundaziun Capauliana Chur ©ProLitteris
rechts: Katia Kalniete · Casa Capaul a Lumbrein I, 2007, Acryl auf Leinwand, Fundaziun Capau­liana Chur


Das Bündner Oberland ist eine weitläufige Region. Von Ilanz aus, der Kleinstadt am Vorderrhein, führen Postautolinien in die verschiedenen Seitentäler u.a. ins Lugnez (rätoromanisch: Val Lumnezia), zu dem die Dörfer Vrin, Degen und Lumbrein zählen. Im Zusammenhang mit der Fusion der Lugnezer Gemeinden wurde die Casa d'Angel in Lumbrein zur Casa da cultura Lumnezia umfunktioniert, wo neuerdings Ausstellungen, Lesungen und Konzerte stattfinden. Den Auftakt bildet eine Ausstellung zur Geschichte und Kultur des Tals, organisiert vom Bündner Kunstmuseum in Zusammenarbeit mit der Fundaziun da cultura Lumnezia und der Fundaziun Caupaulina.
Der aus Lumbrein stammende Duri Caupaul (1923-2009) trug zusammen mit seiner Frau im Verlauf seines Lebens eine umfangreiche Sammlung mit Bildern zu Graubünden zusammen. Aus diesem Fundus stammen die meisten Exponate. Ergänzt werden sie durch einige Leihgaben aus dem Bündner Kunstmuseum. Mittels Zeichnungen, Gemälden und Fotografien werden vielfältige Aspekte des Tals beleuchtet, so der Bau des Zevreila-Staudamms, den Georg Peter Luck (1920-1995) in Aquarellen festgehalten hat, oder Naturdenkmäler wie die von Anna Lenz in stimmungsvollen Schwarzweissfotografien wiedergegebene Greina-Ebene, die vor einem Wasserkraftprojekt bewahrt werden konnte und heute unter Schutz steht.
Dokumentarische Fotografien wie die eines Bauern bei der Heuernte, 1938 von Ernst Brunner (1901-1979) aufgenommen, stehen in spannungsvollem Dialog zu den künstlerischen Werken, die eine individuelle Sichtweise auf Dorf und Landschaft widerspiegeln. Markante Gebäude wie der aus dem 14. Jahrhundert stammende Wohnturm der Herren von Lumbrein, der sich seit Generationen im Besitz der Familie Caupaul befindet und 1970 von Peter Zumthor restauriert wurde, tauchen nicht nur in historischen Ansichten, sondern ebenso in Werken von Bryan Cyril Thurston (*1939) und der jungen lettischen Malerin Katia Kalniete auf. Mit gestischem Duktus hat sie die Sehenswürdigkeit auf eigenwillige Art und Weise interpretiert. Eindrücklich ist auch der grossformatige Holzschnitt ‹Pala da Tgiern II› von Robert Cavegn (*1957), während die Animation ‹Lärche› von Gerber/Bardill (*1970/1968) einen ironischen Kommentar zu Landschaftsklischees darstellt. Im Erdgeschoss des Kulturhauses wird permanent ein 950 Kilogramm schwerer, 2003 von Lugnezer Strahlern gefundener Riesenkristall gezeigt.

Bis: 17.10.2015



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Ausgabe 10  2015
Ausstellungen Gastspiel Bündner Kunstmuseum: Val Lumnezia - aspects [12.07.15-17.10.15]
Institutionen Casa d'Angel [Lumnezia/Schweiz]
Autor/in Lucia Angela Cavegn
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