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10.2015




Vevey : Ferdinand Hodler


von: Katharina Holderegger Rossier

  
Heinz Bütler · Die grosse Linie, 2004, Still mit Rudolf Schindler, Dokumentarfilm, 30' ©NZZ


Vor den historistischen und symbolistischen «Maschinen», mit denen Hodler (1853-1918) seinerzeit Erfolge feierte, stand man spätestens nach den beiden Weltkriegen so verlegen, wie dies heute noch der Fall ist. Dass der Stern des Künstlers nach dem Tiefpunkt in den Fünfzigern wieder aufgegangen ist, verdanken wir einer Handvoll Kennern, die ihn, wie es Rudolf Schindler (1915-2015) nannte, «von innen heraus» neu entdeckten. Der aus einfachen Verhältnissen stammende Künstler, Ausstellungsmacher, Zeichnungslehrer und langjährige Rektor der Schule für Gestaltung Bern und Biel war der vielleicht erstaunlichste unter ihnen: Er erfährt 1955 anlässlich der Organisation einer Ausstellung zu Hodler, dass die Witwe des Künstlers, Berthe, noch lebt, und er kauft ihr, und nach ihrem Tod 1957 ihren Erben, über 600 Zeichnungen ab, die er sachte klassiert und analysiert, ehe er sie ab 1999 im Musée Jenisch hinterlegte.
Das seit der damaligen Leitung durch Bernard Blatter auf Arbeiten auf Papier spezialisierte Haus zeigt nun eine Auswahl der ihm 2014 schliesslich hochherzig vermachten Sammlung, die einzigartige Einblicke in die oft mäandrierenden Findungsprozesse von Hodler ermöglicht. Das Ereignis zeugt aber auch berührend von der Entwicklung der Sensibilitäten gegenüber der Kunst im 20. Jahrhundert.

Bis: 04.10.2015



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Ausgabe 10  2015
Ausstellungen Ferdinand Hodler [25.06.15-04.10.15]
Institutionen Musée Jenisch Vevey [Vevey/Schweiz]
Autor/in Katharina Holderegger Rossier
Künstler/in Ferdinand Hodler
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