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11.2015




Biberist : Franz Anatol Wyss


von: Eva Buhrfeind

  
Franz Anatol Wyss · Zerbrechlich, 2014, ­Bleistift auf Papier, 24x52 cm


Es ist stets eindrücklich, wie Franz Anatol Wyss (*1940, Fulenbach) mit Blei- oder Farbstiften seine Betrachtungen in Szene setzt. Ja, er ist schon ein Erzähler mit seinen Bild-in-Bild-Geschichten, dessen Sprache unverkennbar ist. Bildsprache kann man hier wörtlich verstehen, so auch in den neuen, eher philosophischen Bleistiftzeichnungen zum Thema «zerbrechlich», in denen er Persönliches und Allegorisches zu rätselhaften Geschehen verflicht. Mit den fein und dicht gesetzten Strichen wirken die grau nuanciert gehaltenen Inhalte grafisch wie die früheren Tiefdruck­arbeiten. Die farbigen «Landschaften» hingegen spielen mit einer illustrativen, beinahe malerischen Prägnanz. Stets vertraut er dabei auf sein Symbolikrepertoire und die allgegenwärtigen Archetypen: Kreuze, Architekturen, hermetisch oder skelettiert, Figuren, Blumen als Zeichen von Werden und Vergehen, die Weltkugel fragil-zerbrochen wie Eierschalen, kreisende Krähen, Liniengeflechte, die mehr sind als nur Lebensadern, Federn, Boot, Kreis, Gefäss und immer wieder der Berg als Urlandschaft. Unermüdlich kreiert der besessene Zeichner wandelbare Bildmysterien, die sich verschachteln wie willkürlich choreografierte Bühnenkulissen und von der Zerbrechlichkeit des Seins und des Weltengefüges erzählen, wenn sich Durchdachtes, Erlebtes und Lebenspuzzlesteine zu zeitlosen Metaphern fügen.

Bis: 08.11.2015



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Ausgabe 11  2015
Ausstellungen Franz Anatol Wyss [17.10.15-08.11.15]
Institutionen Schlösschen Vorder-Bleichenberg [Biberist/Schweiz]
Autor/in Eva Buhrfeind
Künstler/in Franz Anatol Wyss
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