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11.2015




Genève : Miroslav Marsalek


von: Katharina Holderegger Rossier

  
Miroslav Marsalek · O.T. (Surtout pas d'originalité ...), undatiert, A4.


Mirek (*1958) ist 2011 vom Hospice général für technische Arbeiten in das Centre d'art contemporain geschickt worden. Lange wusste man dort über den hageren Mann nur Fragmentarisches, etwa dass der gebürtige Prager im Waisenhaus aufgewachsen war, als Grafiker gearbeitet hatte, bevor er in den frühen Achtzigern in die Schweiz ausriss. Erst nachdem ihm der Direktor, Andrea Bellini, letzten Winter beim Aquarellieren auf dem Plainpalais begegnet war und dazu befragt hatte, begann er von seiner täglich schon beim Zähneputzen einsetzenden Praxis zu sprechen. So skizziert Mirek dabei jeweils sein Spiegelbild, mal mit der rechten, mal mit der linken Hand. Ein fächerartiges, zwischen Bild und Wort oszillierendes Universum tat sich vor Bellini auf, der den rätselhaften Künstler nun erstmals zeigt, begleitet von einem Buch mit Texten von ihm und anderen Autoren. Zwischen Poesie, ästhetischer und politischer Reflexion, Zitaten antiker Denker und heutiger Werber erweist sich Mirek zugleich als mittelalterlicher Kalligraf, leonardesker Forscher, baudelairscher Flaneur, duchampscher Erfinder und vieles mehr. In seinem Sinn für das Abgründige liegt dabei ebenso eine Lebenserfahrung wie eine Betrachtungsweise.

Bis: 08.11.2015



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Ausgabe 11  2015
Ausstellungen Miroslav Marsalek [25.09.15-13.12.15]
Institutionen Centre d'Art Contemporain [Genève/Schweiz]
Autor/in Katharina Holderegger Rossier
Künstler/in Miroslav Marsalek
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