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11.2015




Rapperswil : Eva Streit


von: Hans Rudolf Reust

  
Eva Streit · Hosen ohne Ärmel, 2015, Ausstellungsansicht Kunstzeughaus. Foto: Anri Stadler


Der kleine Seitenraum im Kunstzeughaus Rapperswil versammelt derzeit verschiedene Objekte von Eva Streit (*1988), die sich wechselseitig zuzwinkern. Denn es gibt unter ihnen ein stilles Einverständnis, dass die Dinge des Alltags, ob gefundene Materialien oder Werkzeuge, jeweils ihre bekannte Rolle spielen dürfen, dass sie darüber hinaus aber auch ein ungeregeltes, poetisches Eigen­leben führen. Da steht, aufrecht an die Wand gelehnt, ein grau verwittertes Brett mit einer geraden und einer kammartig gezackten Kante. Zuoberst sitzt der rote Specht - eine Lochzange, die an der geraden Kante ins Holz gesetzt wurde. Als ‹Fänger für Wind, Staub und Gottes Segen› balanciert auf einem leicht hypertroph aus schmalen Latten gezimmerten Gestell hoch oben in der Horizontalen ein Laubrechen, als hätte er über unseren Köpfen nur dem Zauber seines Titels zu gehorchen. Wortwitz ist wichtig. Hier verdichten sich die Gedanken, die den Dingen zugedacht sind oder von ihnen ausgehen, um sich aus beiläufigen Beobachtungen in grosse Fragen zu verwandeln. «Animismus mit Alltagsdingen» wäre eine treffende Wendung, wenn ihr nicht jene souveräne Leichtigkeit fehlen würde, die den grossen und kleinen Fragen von Streit eigen ist. Noch studiert sie Kunst an der Hochschule der Künste Bern. Ihr Studium der Spielräume von Dingen wird sich auf jeden Fall über Bologna hinaus fortsetzen.

Bis: 08.11.2015



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Ausgabe 11  2015
Ausstellungen Eva Streit [30.08.15-08.11.15]
Institutionen Kunst(Zeug)Haus [Rapperswil-Jona/Schweiz]
Autor/in Hans Rudolf Reust
Künstler/in Eva Streit
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