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11.2015




Rapperswil : Speak Truth to Power


von: Daniela Hardmeier

  
links: Eddie Adams · Porträt Kek Galabru, ­Kambodscha
rechts: Luca Zanier · UN-Sicherheitsrat, New York, 2008


Eindringlichkeit, Hartnäckigkeit und eine tiefe Menschlichkeit sprechen aus den Porträtaufnahmen, die Eddie Adams von Menschenrechtsaktivisten auf der ganzen Welt gemacht hat. Zu sehen sind diese berührenden Bilder im Kunst(Zeug)Haus Rapperswil in einer eindringlichen Ausstellung, die drei fotografische Positionen vereint, die auf je eigene Art den verschiedensten Facetten von Macht ein Gesicht verleihen.
Zu Unrecht ist der 2004 verstorbene amerikanische Fotograf Eddie Adams (1933, New Kensington -2004, New York) hierzulande wenig bekannt. Er hat mit seinen zahlreichen Foto­reportagen aus den unterschiedlichsten Kriegsgebieten dieser Welt einen gewichtigen Einfluss ausgeübt. Die hier gezeigte Serie entstand als Auftrag der Robert F. Kennedy Stiftung für Menschenrechte. Kerry Kennedy interviewte Frauen und Männer, die trotz ständiger Bedrohung und geringer Erfolgschancen sich mit unbeugsamem Mut für den Schutz des Individuums vor Unrecht und Gewalt einsetzen. Gesichter wie dasjenige von Kek Galabru, die sich in Kambodscha für die Rechte von Frauen und Kindern einsetzt, prägen sich tief ein. Behutsam und doch mit scharfem Blick hat sich Adams mit seiner Kamera den Porträtierten genähert.
In starkem Gegensatz zu Adams' Porträts stehen die unterkühlten, menschenleeren Repräsentationsräume von Luca Zanier (*1966, Zürich). Durch die streng frontale Inszenierung mit ihrer ins Überzeichnete kippenden Farbigkeit zeigt uns Zanier diese Machtzentren in ihrer absurden Banalität, reduziert auf ihre wirkmächtige Hülle. Die Leere und Distanziertheit entfaltet einen Sog, der einen ob all der hier ausgeübten, weltweiten Macht erschauern lässt. Und in der Gegenüberstellung mit Adams' Fotografien verstärken sie geradezu die Menschlichkeit, Selbstlosigkeit und den Mut dieser ausserordentlichen Menschen, die Adams uns zeigt.
Der italienische Kriegsfotograf Paolo Pellegrin (*1964, Rom) fokussiert in seinen Aufnahmen auf das Individuum, das Zerstörung und Willkür ausgesetzt ist. Seine Bilder fordern dem Publikum einiges ab und konfrontieren es mit dem alltäglichen Schmerz und Schrecken, dem Kinder, Frauen, Männer in Kriegsgebieten ausgesetzt sind. Indem er meist mit seiner Kamera nahe an die Menschen herantritt, verwehrt er uns den Rückzug auf einen distanzierten Beobachterposten.
Ergänzt werden die Arbeiten dieser drei Fotografen durch einen sehenswerten Film über Robert F. Kennedy, der sein wegweisendes Engagement mit dem Tod bezahlt hat. So ist eine Ausstellung entstanden, die berührt und nachdenklich stimmt.

Bis: 08.11.2015



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Ausgabe 11  2015
Ausstellungen Speak Truth To Power [30.08.15-08.11.15]
Video Video
Institutionen IG Halle im Kunst(Zeug)Haus [Rapperswil-Jona/Schweiz]
Autor/in Daniela Hardmeier
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